Der Markt für erneuerbare Energien in Deutschland ist 2025 weitergewachsen – mit starkem Zubau bei Photovoltaik, Windenergie und Batteriespeichern. Gleichzeitig zeigen Ausschreibungen, Branchenstimmen und politische Debatten, dass der Ausbau je nach Technologie sehr unterschiedlich verläuft. Insbesondere im Bereich Biogas und Biomethan bleibt der regulatorische Rahmen ein zentraler Einflussfaktor. Vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen, steigender Energiepreisrisiken und anhaltender Importabhängigkeit rücken erneuerbare Energien in den Fokus. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz, zur Versorgungssicherheit und zur wirtschaftlichen Stabilität.
Rückblick zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland im Jahr 2025
Im Jahr 2025 stieg die installierte Leistung der erneuerbaren Energien um 21 GW auf knapp 210 GW. Den größten Beitrag dazu leistete die Photovoltaik mit 16,4 GW. Es folgten 4,6 GW Onshore-Wind und 0,3 GW Offshore-Wind. Schwerpunkte waren Solarstromanlagen in Bayern mit 4,5 GW und Windenergieanlagen in Nordrhein-Westfalen mit 1,3 GW. Biomasse blieb bei rund 55 MW auf niedrigem Niveau.
Zudem wurden rund 526.000 neue Batteriespeicher mit einer Leistung von fast 3,7 GW und einer Kapazität von etwa 7,3 GWh installiert. Darunter befanden sich 83 neu gemeldete Großspeicher mit einer Leistung von 667 MW und einer Kapazität von 1.244 MWh.
Marktsensibilität und Abhängigkeiten vom regulatorischen Rahmen
Zur Vermarktung der erzeugten Energie nehmen Entwickler und Betreiber größerer Anlagen an Ausschreibungen der Bundesnetzagentur teil. Die Ausschreibungen umfassen die ausgeschriebene Menge sowie den maximalen Gebotspreis. Dabei erhalten die günstigsten Gebote den Zuschlag, bis das festgelegte Ausschreibungsvolumen erreicht ist. Der Mechanismus schafft Wettbewerb zwischen den Erzeugern und trägt dazu bei, die Förderkosten und damit die Strompreise für Verbraucher zu begrenzen. Aus Gebotsmengen und Zuschlagswerten lassen sich zudem Rückschlüsse auf die Marktdynamik ziehen. Für weitere Ausschreibungsrunden dienen Ausschreibungsvolumen und Maximalpreis als Steuerungselemente.
Bei Windenergieanlagen lag die Ausschreibungsmenge des Gebotstermins 01. Februar 2026 bei 3.445 MW. Mit 924 Geboten über 7.858 MW war diese Ausschreibung laut Bundesnetzagentur „stark überzeichnet“. Hierdurch sank der mengengewichtete Zuschlagswert auf 5,54 ct/kWh. Bei Solaranlagen auf Gebäuden und an Lärmschutzwänden wurden dagegen bei 283 MW ausgeschriebener Menge nur 98 Gebote mit 177 MW eingereicht; die Ausschreibung war damit „unterzeichnet“. Für Freiflächen-Photovoltaikanlagen meldete die Bundesnetzagentur eine „deutlich überzeichnete“ Runde. Zum Gebotstermin am 01.12.2025 haben 634 Gebote mit einer Gesamtleistung von 5.247 MW das Ausschreibungsvolumen von 2.328 MW deutlich übertroffen. Der mengengewichtete Zuschlagswert lag bei 5 ct/kWh.
Legt die Bundesnetzagentur den Maximalpreis zu niedrig fest, bleiben Angebote aus. Für Biomethan war dies unter anderem im September 2025 der Fall. Die Bundesnetzagentur erklärte: „No bids were submitted in last year’s biomethane auctions“. In der Ausschreibungsrunde für den 01. April 2026 wurde der Höchstwert daher um 10 % auf 23,13 ct/kWh erhöht. Ob diese Vergütung für Verstromungsanlagen ausreicht, wird die Anzahl der eingehenden Angebote zeigen.
Für Biomethaneinspeiseanlagen liegt eine der regulatorischen Herausforderungen derzeit im Zugang zum Gasnetz. Bis Ende 2025 regelte die Gasnetzzugangsverordnung den Netzzugang. Künftig soll der Netzzugang im novellierten Energiewirtschaftsgesetz geregelt werden. Der Entwurf enthielt beispielsweise eine Kappungsfrist von 10 Jahren bei Neuanlagen, so dass das Hauptstadtbüro Bioenergie schon vor „dem Ende des Ausbaus neuer Biomethanprojekte“ warnte.
Auch für die zukünftige Entwicklung elektrischer Speichersysteme ist der regulatorische Rahmen entscheidend. Zuletzt hat die Bundesnetzagentur mit der Infragestellung der Netzentgelte zu Irritationen in der Branche geführt. Mehr als 150 Unternehmen, darunter Stadtwerke und Projektentwickler, haben daraufhin Vertrauensschutz für Batteriespeicher gefordert.
Stimmen von Marktteilnehmern nach Veröffentlichung der Eckpunkte zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG)
Die Eckpunkte des GMG stießen im Biomethanmarkt auf große Aufmerksamkeit, weil sie einen bereits bestehenden Markt betreffen: Ende 2025 gab es in Deutschland 290 Biomethananlagen mit einer Erzeugung von 12,8 TWh. Entsprechend positiv fielen viele Reaktionen auf die geplante Grüngasquote aus. Verbio spricht von einem „konstruktiven Signal für Bioenergie und erneuerbare Gase“.
Entsprechend dem Entwurf des GMG müssen neue Öl- und Gasheizungen ab dem 1. Januar 2029 mindestens 10 % erneuerbare Brennstoffe einsetzen. Ergänzend wird 2028 eine bilanzierbare Grüngas- und Grünheizölquote für Inverkehrbringer eingeführt. Diese beginnt mit bis zu 1 %. Der BDEW nannte die Einigung einen „notwendigen ersten Schritt“, das Hauptstadtbüro Bioenergie ein „grundsätzlich positives Signal“.
Weltpolitischen Geschehen und Energieunabhängigkeit
Mit Blick auf Energieimporte, Versorgungssicherheit und geopolitische Risiken wird deutlich, warum ein möglichst hoher Anteil heimischer Energiequellen strategisch an Bedeutung gewinnt. Destatis schreibt: „Deutschland ist auf Energieimporte aus dem Ausland angewiesen“; der Anteil der Nettoimporte am Energieverbrauch lag 2024 bei 67 Prozent. Die Bundesnetzagentur hält zugleich fest, dass im Zeitraum 2025 bis 2031 „die Versorgung mit Elektrizität gewährleistet ist“, wenn Investitionen in erneuerbare Energien, H₂-fähige Gaskraftwerke, Lastflexibilität und Netzausbau umgesetzt werden.
Reuters berichtete, Öl- und Erdgaspreise seien seit Ausbruch des Iran-Kriegs und der Schließung der Straße von Hormus stark gestiegen; rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gasverkehrs laufe normalerweise durch diese Meerenge. Reuters schrieb außerdem, dass erneuerbare Energien wie Wind und Solar aus lokalen und regionalen Quellen erzeugt werden könnten, während Öl und Gas stärker von globalen Märkten und dem Handel abhängen.
Fazit
2025 war für den deutschen erneuerbaren Energien-Markt ein Jahr des Wachstums, aber auch ein Jahr der Unterschiede. Während Photovoltaik, Windkraft und Batteriespeicher weiter zulegten, zeigte sich bei Biomethan besonders deutlich, wie stark Investitionen und Marktimpulse vom politischen und regulatorischen Rahmen abhängen.
Mit Blick auf geopolitische Unsicherheiten und Deutschlands anhaltende Energieimportabhängigkeit wird klar: Der Ausbau erneuerbarer Energien ist nicht nur ein Klimaprojekt, sondern auch ein strategischer Baustein für Versorgungssicherheit und -unabhängigkeit.
Die Autoren sind bei der greenValue GmbH beschäftigt. greenValue ist ein erfolgreiches Dienstleistungsunternehmen im Bereich der Erneuerbaren Energien mit langjähriger Erfahrung und umfassenden Referenzen, u.a. im Bereich M&A und Projektsteuerung.
Quelle: 20.04.2026, www.greenvalue.de
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