Biogas – Multitalent unter den Erneuerbaren Energien

Zwei Windenergieanlagen, eine Photovoltaikanlage und eine Biogasanlage sind in Verbindung mit einer EU-Flagge zu sehen. Grüne Pfeile symbolisieren das Wachstum der Erneuerbaren Energien.

Strom aus Biogas hatte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2024 einen Anteil von 6,5 % an der deutschen Stromerzeugung. Zwar liegen die Vorteile von Biogas auf der Hand – doch in der öffentlichen Diskussion nehmen Windenergie- und Photovoltaikanlagen größeren Raum ein. Mit Nabenhöhen von 160 Metern und mehr, sind Windenergieanlagen neben großen PV-Freiflächenanlagen oder auf Dächern die sichtbarsten Zeichen der Energiewende.

Biogasanlagen sind meist an den typischen zylindrischen Behältern mit vorwiegend runden Dachkuppeln aus der Ferne zu erkennen. In diesen Anlagen werden nachwachsende Rohstoffe, tierische Nebenprodukte oder organische Abfälle vergoren. Das erzeugte Biogas wird bereits heute multifunktional eingesetzt.

Dominanz von Wind- und Photovoltaikstrom

Der Anteil von Strom aus Wind- und Photovoltaikanlagen lag im Jahr 2024 bei 31,5 % bzw. 13,8 % an der gesamten Stromerzeugung. Die Produktionsspitzen von Wind- und Photovoltaikanlagen stellen Stromnetzbetreiber an erzeugungsstarken Tagen vor große Herausforderungen. Abhilfe wird der Ausbau der Stromnetze und die Installation von Batterieenergiespeichersystemen (BESS) schaffen. Dieser Ausbau schreitet langsamer als erforderlich voran. Er ist jedoch notwendig, will man die Abregelungen von Erzeugungsanlagen vermeiden.

Unterschätzte Rolle von Biogas

Im Gegensatz zu Wind- und Solarenergie, wird Biogas unabhängig von Witterungsbedingungen 24 Stunden am Tag erzeugt. In Blockheizkraftwerken, kurz BHKW, die am Anlagenstandort oder an Satellitenstandorten betrieben werden, wird Strom und Wärme erzeugt. Ein Vorteil von Biogas liegt darin, dass das in den Anlagen erzeugte Biogas zwischengespeichert wird und Strom durch flexible Fahrweise der BHKW bedarfsgerecht bereitgestellt werden kann.

Wird Biogas zu Biomethan aufbereitet und ins Gasnetz gespeist, zeigt sich ein weiterer Vorteil von Biogas: die bestehende Gasinfrastruktur in Form von Leitungen und Gasspeichern steht bereits zur Verfügung. Das dezentral erzeugte und eingespeiste Biomethan kann an Ausspeisepunkten entnommen werden. Dort kann es verstromt, zu Heizzwecken oder als Kraftstoff eingesetzt werden.

Zahlen & Fakten – Marktpotenzial und CO2-Ersparnis

Die Roadmap der European Biogas Association (EBA) sieht Biogas auf europäischer Ebene als skalierbaren und kostengünstigen Weg de Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und die CO2-Emissionen zu reduzieren. Hierbei stehen laut EBA drei Kreislaufprozesse im Mittelpunkt:

  • Erzeugungspotential von 110 Mrd. m³ Biogas im Jahr 2040 für den Einsatz in Industrie, im Verkehr und zu Heizzwecken
  • Bereitstellung von organischen Düngern als Ersatz von mineralischen Düngemitteln, die kohlenstoffintensiv hergestellt werden
  • Ersatz von bis zu 89 Millionen Tonnen fossilen CO2

Politischer Rahmen in Deutschland

Biogasanlagen, die Biogas in einem BHKW verstromen, haben einen Vergütungsanspruch im Jahr der Inbetriebnahme und den zwanzig vollen Betriebsjahren. Nach und nach laufen die Vergütungszeiträume ab. Betreiber dieser Biogasanlagen stehen vor der Herausforderung Konzepte zu entwickeln, um weiterhin die Vorteile von Biogas zu nutzen.

Post-EEG-Beratungen von unabhängigen, spezialisierten Dienstleistern können eine solide Basis für die Entwicklung von Fortführungskonzepten sein. Standortbezogen werden alle Aspekte betrachtet, die den künftigen Betrieb beeinflussen. Hierzu zählen beispielsweise der Substratmix, technische Umrüstungen, Strom- und Wärmevermarktung oder die Errichtung einer Biogasaufbereitungsanlage mit Gasnetzanschluss.

Biogasaufbereitungsanlage mit Biomethaneispeisung

Eine Biomethaneinspeisung ist an den Standorten denkbar, an denen ein Gasnetzanschluss realisierbar ist. Grundlage für den Gasnetzanschluss ist dabei die Gasnetzzugangsverordnung (GasNZV) die zum 31.12.2025 außer Kraft tritt. Wie eine Anschlussregelung für den Gasnetzzugang nach diesem Stichtag aussehen wird, ist derzeit noch offen.

Für Betreiber, die künftig Biomethan einspeisen wollen, läuft damit die Frist zum Anschluss eines Gasnetzanschluss- und Anschlussnutzungsvertrags. Parallel zur Sicherung des Gasnetzanschlusses, können Maßnahmen zur Genehmigung, zur Substratoptimierung, zur baulichen Umsetzung und zu Vermarktung des Biomethans ergriffen werden.

Kooperation mit greenValue

greenValue hat in den vergangenen Jahrzehnten erfolgreich an der Umsetzung von zahlreichen Energieprojekten, wie z.B. Biogasprojekten mitgewirkt. Ein Auszug der Referenzen zeigt die Einbindung bei verschiedenen Projekten und verdeutlicht die Flexibilität sowie den Zuschnitt der Dienstleistungen auf die projektbezogenen Erfordernisse bei den Kunden. Expertise und Netzwerk werden auch im internationalen Kontext eingebracht.

Die Autoren sind bei der greenValue GmbH beschäftigt. greenValue ist ein erfolgreiches Dienstleistungsunternehmen im Bereich der Erneuerbaren Energien mit langjähriger Erfahrung und umfassenden Referenzen, u.a. im Bereich M&A und Projektsteuerung.

Quelle: 29. August 2025, www.greenvalue.de
Bildquelle: KI-generiert, V-02

Zwei Windenergieanlagen, eine Photovoltaikanlage und eine Biogasanlage sind in Verbindung mit einer EU-Flagge zu sehen. Grüne Pfeile symbolisieren das Wachstum der Erneuerbaren Energien.

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