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Nachhaltiges investieren - was ist das?

Nachhaltig investieren, Ethik Fonds, Öko-Fonds, Socially Responsible Investment, Environmental-Social-Governance, CrowdInvest, Impact-Investing, Sustainable Development Goals, Grüne Geldanlagen – Begriffe die uns regelmäßig in den Medien begegnen. Printmedien, Webseiten und Social-Media-Plattformen greifen den Klimawandel, nachhaltigen Lebensweise und grüne Geldanlagen auf. Diese Themen bewegen alle Generationen, denn schließlich sind alle Altersgruppen davon betroffen. Und jeder kann einen Beitrag dazu leisten, ob Müllvermeidung, einmal mehr das Auto stehen lassen oder sich ganz bewusst mit grünen Geldanlagen beschäftigen.

Das Vermögen der Bundesdeutschen
Das Geldvermögen privater Haushalte Ende 2018 hat laut einer Veröffentlichung der Welt im Januar 2019 stattliche 6,2 Billionen Euro betragen. Mit hohen 2.495 Milliarden Euro entfallen auf Bargeld und Einlagen rund 40 % des Gesamtvermögens. Weitere rund 1.775 Milliarden Euro sind in Rentenpapieren, Aktien, Investmentfonds und in sonstigen Anlagen investiert. Auf Versicherungen entfallen rund 1.907 Milliarden Euro. Wie hoch oder besser gering der Anteil des Geldes ist, der in nachhaltige Anlagen investiert ist, lässt sich aus einer Statistik des Deutschen Fondsverbands ableiten. Per Ende März 2018 hat das Vermögen von Publikumsfonds 1.021 Mrd. Euro betragen. Fonds mit dem Merkmal „nachhaltig“ sind 21 Milliarden Euro also rund 2 Prozent zuzuordnen. Mit weiter steigendem Bewusstsein für nachhaltige Investments dürfte ihr Anteil künftig steigen.

Doch wer nachhaltig investieren möchte, hat die Qual der Wahl. Und was sind eigentlich nachhaltige Investments?

Nachhaltige Investments
Nachhaltigkeit stammt vom Verb nachhalten und bedeutet „längere Zeit andauern oder bleiben“. Hieraus lässt sich ableiten, dass nachhaltige Investments zur Investitionsentscheidung, zusätzliche Kriterien - qualitative Kriterien - berücksichtigen. Definierte Grundsätze / Prinzipien sind somit Grundlage der Investition. Quantitative Anlagekriterien wie Rendite, Risiko und Liquidität werden bei nachhaltigen Investments wie bei herkömmlichen Investments berücksichtigt. Das Grundprinzip nachhaltiger Investments ist es also, heute zu investieren und damit die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen ohne kommende Generationen zu gefährden.

Die Ursprünge des nachhaltigen Investments liegen in Nordamerika und England. Bereits 1928 hielt der ethische Ansatz bei der Fondsgesellschaft Pioneer Einzug. Pioneer gehört heute zur Amundi Gruppe. Nachhaltige Investments berücksichtigen Umweltaspekte, soziale Aspekt sowie Aspekte der Unternehmensführung, auf Englisch Environmental, Social und Governance, kurz ESG. Wer nachhaltig investiert, ermöglicht Projekte bzw. stärkt Unternehmen die einen nachhaltigen Unternehmensansatz verfolgen. Welche Kriterien zu erfüllen sind und wie die Einhaltung der Kriterien überwacht wird hängt von Anlageform zu Anlageform ab. Gegenüber Anlegern wird die Überwachung beispielsweise in Form von Jahresberichten dokumentiert.

Auf der Suche nach einem passenden Investment wird die Vielfalt deutlich. Weit gefehlt ist aber, dass Investments immer mit großen Geldbeträgen einhergehen müssen.

Girokonto
Es fängt beim Girokonto an – fast jeder hat es, jeder braucht es. Dies ist freilich kein Investment im üblichen Sinn. Aber Banken investieren – durch Kreditvergaben in Projekte – und genau hier greift der Nachhaltigkeitsansatz. Banken die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben sind beispielsweise die Umweltbank, die GLS Bank, die Ethikbank und die Triodos Bank.

Geht es um längerfristige Investitionen, können nachfolgende Anlageformen eine Option sein. Hier eine Auswahl.

Aktien
Sind Unternehmensanteile an nicht börsennotierten oder börsennotierten Unternehmen. Rendite ergibt sich auf zwei Wegen: Kurssteigerungen und Dividenden. Stammaktien sind gegenüber Vorzugsaktien stimmberechtigt in den Hauptversammlungen. Vorzugsaktien sind meist mit einer höheren Dividende ausgestattet.

Anleihen von Unternehmen
Unternehmen leihen sich von Geld von Anlegern und zahlen es mit Zinsen zurück. Finanziert wird der Geschäftszweck des Emittenten bzw. mehr oder weniger konkret definierten Projekten. Die Rückzahlung erfolgt zum Nennwert endfällig oder ratierlich. Wann die Zinszahlungen geleistet werden, ergibt sich aus den Anleihebedingungen, quartalsweise, halbjährlich oder jährlich. Die Bewertung der Kreditwürdigkeit und Bonität von Anleihen erfolgt durch Ratingagenturen.

Crowdinvestment
Beim Crowdinvestment investieren viele Anleger in ein Unternehmen oder ein Projekt. Die Crowd, also die Menschenmenge ermöglicht die Umsetzung des Vorhabens. Wie die Stellung des Anlegers bei einem Crowdinvestment ist, ergibt sich aus den Beteiligungsbedingungen. Häufig werden Nachrangdarlehen begeben. Anleger leihen gegen entsprechenden Zins dem Emittenten Geld. Die Rückzahlung erfolgt zum Nennwert endfällig oder ratierlich, die Zinsen werden in der Regel jährlich gezahlt. Die Zinszahlungen und die Rückzahlung hängen von der Bonität des Emittenten an. Aktuelle Crowdinvestments sind in der greenValue-Beteiligungsübersicht enthalten.

Einzelprojekte / Direktinvestment

Kauf von einzelnen Projekten, beispielsweise von Photovoltaikanlagen. Co-Investition mit weiteren, wenigen Anlegern in ein Projekt, meist organisiert in Form einer GmbH & Co. KG. Bei Erwerb einzelner Projekte nehmen Anleger eine Eigentümerstellung ein und erzielen bei entsprechenden Geschäftsverlauf Überschüsse aus dem Betrieb des Projekts bzw. Veräußerungserlöse bei Verkauf. Bei Co-Investitionen werden gemeinschaftliche Unternehmensergebnisse realisiert, die die den Investoren zugewiesen werden. Zusätzlich werden in der Regel jährliche Ausschüttungen geleistet. Aktuelle Einzelprojekte und Direktinvestments sind in der greenValue-Beteiligungsübersicht enthalten.

Investmentfonds
Entsprechend ihren Nachhaltigkeitskriterien investieren Investmentfonds. Unterschieden werden Investmentfonds nach den Wertpapieren die sie kaufen. Reine Aktienfonds kaufen ausschließlich Aktien von Unternehmen. Mischfonds kaufen Aktien und festverzinsliche Wertpapiere, sogenannte Rentenpapiere. Rentenfonds investieren in Anleihen oder in verzinsliche Wertpapiere von Unternehmen oder Staaten.

Die Investitionskriterien ergeben sich aus den Investmentfondsbedingungen. Hier werden beispielsweise Regionen und Branchen definiert. Zugleich sind Ausschlusskriterien wie etwa Rüstungsindustrie oder Kinderarbeit wichtiger Teil der Prinzipien nach denen investiert wird. Ein Verkauf von Investmentfonds ist – unter Berücksichtigung von Schwankungen – in der Regel börsentäglich möglich.

Lebensversicherung
Risikolebensversicherungen sind der klassische Hinterbliebenenschutz. Sie leisten nach dem Tod eines Angehörigen an Hinterbliebene. Kapitalbildende Lebensversicherungen investieren einen Teil der Prämien in Kapitalbildung, einen Teil in Risikoabsicherung. Der Sparanteil wird mit Zinsen am Ende der Laufzeit ausbezahlt.

Sparpläne
Wer regelmäßig sparen möchte, kann auf (Bank-)Sparpläne oder Fondssparpläne zugreifen. Regelmäßig wird ein bestimmter Geldbetrag auf das Sparkonto überwieder oder – wie bei Fondssparplan – in Wertpapiere investiert. Ob Investmentfonds sparplanfähig sind, erfahren Sie bei der Bank bzw. einem Investmenthaus.

Sparbriefe
Ein Sparbrief ist mit einer Festgeldanlage vergleichbar. Die Laufzeit ist definiert, die Zinsen ebenfalls. Das Geld kann während der Laufzeit nicht entnommen werden.

Festgeld =Termingeld
Das Geld wird für einen bestimmten Zeitraum zu einem festen Zinssatze angelegt. Während der Laufzeit kann nicht auf das Kapital zugegriffen werden.

Auswahlprozess bei Investmentfonds
Ausschlusskriterien entscheiden über Unternehmen und Staaten die in das jeweilige Investmentportfolio aufgenommen werden. Sind soziale, ökologische und Governance-Aspekte kann eine Investition erfolgen.

Die Einhaltung der Kriterien wird von den Fondsgesellschaften kontrolliert. Verletzen Unternehmen die im Portfolio sind die Kriterien, kann ein Ausschluss aus dem Fonds erfolgen. In diesem Fall werden die enthaltenen Wertpapiere verkauft und in andere Papiere investiert.

Kriterien für einen Ausschluss, sind beispielsweise Unternehmenstätigkeiten in den Bereichen Rüstung, Alkohol oder Tabak („sin stocks“).

Investmentprozess anhand des Beispielfonds JSS Sustainable Portfolio – Balanced

Der Investmentprozess des JSS Sustainable Portfolio – Balanced (EUR), WKN: 973502/ ISIN: LU0058892943 gliedert sich in vier Schritte. Geprüft wird, ob Unternehmen die in den Fonds aufgenommen könnten, die Voraussetzungen hierfür erfüllen.

1. Klassifizierung aller Branchen nach ökologischen Chancen und Risiken
2. Unternehmensanalyse bezüglich des Verhaltens in den Unternehmen u.a. mit Bewertung des Ressourcenverbrauchs sowie der verursachten Emissionen
3. Ausschluss von Unternehmen mit problematischen und riskanten Geschäftsfeldern, wie beispielsweise Rüstungsgüter oder Kernenergie.
4. Bewertung der Unternehmen nach finanzwirtschaftlichen Kriterien

Die Investmentprozesse der einzelnen Fonds sind ist in den Verkaufsprospekten detailliert beschrieben.

Wo kann man nachhaltige Angebote finden?
Informationen zu Crowdinvestments, Alternativen Investmentfonds und Direktbeteiligungen sind in der greenValue-Beteiligungsübersicht enthalten. Informationen zu nachhaltigen Investmentfonds sind unter nachhaltiges-investment.org zu finden. ECOreporter.de informiert ebenfalls regelmäßig zu nachhaltigen Geldanlagen.

Das Internet bietet auf Vergleichsportalen die Möglichkeit sich umfassend und aktuell über Investments zu informieren. Foren und Beiträge geben Hinweise zu Gesellschaften und Angeboten und zur Performance von Emittenten. Nutzen Sie die Möglichkeit und recherchieren Sie ausführlich.

Risikohinweis: Nachhaltige Investments sind mit Risiken verbunden die bis zum Totalverlust gehen. In den Informationen zu den jeweiligen Geldanlagen und Investitionsangeboten sind Anbieter verpflichtet auf Risiken ausdrücklich hinzuweisen. Informieren Sie sich vor einer Investition.

Ein greenValue-Beitrag von Jessica Lam und Daniel Kellermann erschienen am 18. Juni 2019.


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