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Stadtwerke Augsburg Holding GmbH (opm) - Ein weiterer Baustein für die Energiewende: "Power-to-Heat" hält das Stromnetz stabil

Mit einem überdimensionalen Tauchsieder können die Stadtwerke Augsburg (swa) ab sofort das Stromnetz entlasten und überschüssigen Strom für die Fernwärme sinnvoll nutzen. „Power-to-heat“ (Strom zu Wärme) heißt die Anlage, die die swa jetzt offiziell in Betrieb genommen haben. Der Name ist Programm: Denn ist durch Sonnen- und Windenergie zu viel Strom im Netz vorhanden, kann mit der Anlage kurzfristig aus Strom heißes Wasser für die Fernwärme erzeugt werden. „Wir können damit flexibel auf Schwankungen im Stromnetz reagieren“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Walter Casazza. „Wir helfen damit das Netz zu stabilisieren und leisten so einen weiteren Beitrag zur Energiewende.“

Mit der Energiewende wird regenerative Energieerzeugung gefördert. Vor allem die Stromanteile aus Photovoltaik und Windkraft haben deutlich zugenommen. So wird heute doppelt so viel Strom aus Windkraft erzeugt wie vor zehn Jahren, beim Sonnenstrom sind es sogar 60 Mal so viel. Das führt zu erheblichen Schwankungen im Stromnetz.

So entsteht mit dem Einspeisevorrang für erneuerbare Energie eine skurrile Situation: Weht der Wind und scheint die Sonne, dann ist mehr Strom vorhanden, als gebraucht wird und im Netz transportiert werden kann. Dann suchen die Netzbetreiber händeringend nach Verbrauchern, die schnell Leistung aus dem Netz nehmen. Etwa 1.000 Mal war das im vergangenen Jahr bundesweit der Fall. Und dann gibt es sogar Geld dafür, dass Strom auf Abruf verbraucht wird.

„Die swa verstehen sich als Manager der Energiewende vor Ort und wollen Lösungen für diese Probleme anbieten“, so Casazza. „Deshalb ist es unser Ziel, diesen überschüssigen Strom nicht nur zu verbrauchen, sondern sinnvoll einzusetzen.“ Mit der Power-to-Heat-Anlage auf dem Gelände des Gasturbinen-Heizkraftwerks in Lechhausen wird dies erreicht.

Die Anlage ist quasi ein überdimensionaler Tauchsieder. Je nach Bedarf wird das heiße Wasser entweder direkt in das rund 150 Kilometer lange Fernwärmenetz der swa eingespeist oder für einen späteren Verbrauch im Wärmespeicher auf dem Gelände des Kraftwerks zwischengelagert. Die Anlage hat eine Leistung von 10 Megawatt (MW), das entspricht etwa 10.000 haushaltsüblichen Tauchsiedern (mit 1.000 Watt Leistung). Der Wirkungsgrad bei der Umwandlung von Strom in heißes Wasser liegt bei nahezu 100 Prozent. „Es geht also fast keine Energie verloren“, so Casazza.

Die Anlage dient zur „Bereitstellung von negativer Sekundärregelleistung“, wie es fachsprachlich heißt. Und das macht eine zweite etwas seltsame Blüte der Energiewende deutlich: „Schon die Bereitstellung der Anlage, mit der Möglichkeit auf Anforderung der Netzbetreiber Leistung aus dem Netz nehmen zu können, wird finanziell honoriert, egal ob Strom verbraucht wird oder nicht“, erklärt Casazza.

Rund 1,5 Millionen Euro hat die Anlage gekostet. In vier bis fünf Jahren soll sie durch die Erlöse refinanziert sein.

Quelle: 24. November 2015, www.sw-augsburg.de


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