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Preisentwicklung von Holzbrennstoffen

Das Befeuern mit Hackschnitzeln und Holzpellets ist einer der einfachsten, günstigsten, angenehmsten und überaus effizientesten Arten zu Heizen. Der Bericht "Preisentwicklung von Holzbrennstoffen" informiert über die Grundlagen, die Herstellung, die Preisentwicklung von 2005 bis heute sowie abschließend die Vorteile beider Brennstoffmöglichkeiten. 

Was sind Hackschnitzel?

Hackschnitzel sind maschinell zerkleinertes Holz für den automatischen Betrieb von modernen Holzfeuerungen und werden nach dem europäischen Norm EN 14961 definiert. Darin werden Kennwerte und Klassen wie folgt für den Biobrennstoff festgelegt:

- Wassergehalt,
- Aschegehalt,
- Korngrößenverteilung,
- Schüttraumdichte,
- Stickstoff- und Chlorgehalt,
- Heiz- bzw. Brennwert.

Entsprechend der Definition können diese dann in den unterschiedlichen Anlagen verwendet werden.

Kleine, trockene Hackschnitzel mit Stückgrößen von ca. 3 cm eignen sich für den Betrieb von Kleinanlagen. Größere, feuchtere Hackschnitzel werden in großen Biomasseheizwerken eingesetzt. [1]

Was sind Pellets?

Holzpellets sind kleine, zylindrische Holzpresslinge aus naturbelassenem Holz, hauptsächlich aus Hobel- und Sägespänen und sind seit 2010 nach der europäischen Norm EN 14961-2 in Deutschland genormt. Ihre Qualität ist nach ENplus bzw. DIN plus zertifiziert. Qualitätskriterien sind, ähnlich wie bei den Hackschnitzel, die Abriebfestigkeit, die Rohdichte, der Aschegehalt, der Wassergehalt und der Heizwert. Holzpellets haben einen Durchmesser von 6 oder 8 mm und eine Länge von ca. 20 mm.

Neben den zertifizierten und genormten Pellets für kleine Feuerungsanlagen gibt es auch sogenannte Industriepellets. Sie besitzen meist einen größeren Durchmesser (10-12 mm) und sind nicht so hart gepresst. Da für diese Sorte Pellets nicht so strenge Qualitätskriterien gelten, weisen sie einen höheren Aschegehalt auf. Der Einsatz von Industriepellets ist, wie der Name sagt, großen Feuerungen in der Industrie vorbehalten. Sie sind auch für das Verfeuern in Hackschnitzelheizungen geeignet.

In der EU-Norm EN 14961-2 wurden drei Qualitätsklassen definiert: A1, A2 und B.

- Die Qualitätsstufe A1/ DIN-PLUS schreibt einen Aschegehalt von 0,5% bis maximal 0,7% (abhängig von der Holzart) vor. Diese Klasse garantiert eine einwandfreie Qualität für den optimalen Betrieb von kleinen Heizanlagen für Einfamilienhäuser. Hier wird die strengste und beste Qualität ermessen.

- Die Qualitätsstufe A2/ DIN 51731 ist ausreichend für Öfen, denen etwas mehr Aschebildung nichts ausmacht. Das sind beispielsweise Modelle, die vorwiegend in Südeuropa noch im Einsatz sind. Unter Umständen könnte diese Qualität auch in deutschen Heizanlagen eingesetzt werden, allerdings nur mit einem höheren Wartungsaufwand. In Frage werden jedoch die Garantie-Ansprüche gestellt.

- Die Qualitätsstufe B/ EN plus ist für die Befeuerung von großen Heizanlagen mit Industriepellets gedacht, wie beispielsweise große Heizanlagen für Industriehallen oder größere Schulgebäude. [2]

Wie werden Hackschnitzel/ Holzpellets hergestellt?  

Für die Herstellung von Holzhackschnitzeln, insbesondere Waldhackschnitzeln sowie Hackgut aus Garten- und Landschaftspflege, kommen mobile oder stationäre Hacker (Scheibenhacker, Trommelhacker oder Schneckenhacker) zum Einsatz. Um eine bestmögliche Lagerfähigkeit zu ermöglichen sollte der Feinanteil möglichst gering sein und das Hackgut sollte saubere Schnittstellen aufweisen. Starkes Zerfasern sowie Fremdstoffaufnahme sollten weitestgehend vermieden werden.

Holzpellets werden momentan hauptsächlich aus naturbelassenen Sägespänen hergestellt. Das Prinzip der Pelletierung basiert auf der Bildung von Festkörperbrücken durch die Bindung mit verklebenden Holzinhaltsstoffen, wie Wachs, Eiweiß oder Pektin. Um die Bindefähigkeit zu erhöhen und den Pelletiervorgang zu erleichtern ist es in Deutschland erlaubt Zusatzstoffe zuzugeben. Zugelassen sind Stärke, pflanzliches Paraffin oder Melasse. Meistens wird dafür Mais- oder Roggenmehl verwendet. Die Herstellung erfolgt in drei Schritten:

- Die Trocknung: Pellets dürfen keinen hohen Feuchtigkeitsgehalt aufweisen, da dies die Verbrennung negativ beeinflusst.
- Das Pelletieren: Hier werden die Holzspäne bei Temperaturen zwischen 40° und 50° Celsius unter hohem Druck gepresst.
- Die Abkühlung: Dieser Schritt der Holzpellet Herstellung ist wichtig, um die Qualität der Pellets, wie die Stabilität und Festigkeit zu gewährleisten. [3]

Wie haben sich die Preise von 2005 bis heute entwickelt?  

Die folgende Grafik der C.A.R.M.E.N e.V. zeigt die Preisentwicklung von Holzhackschnitzel, Holzpellets, Heizöl und Erdgas von 2005 bis 2014. Im Preis beinhaltet sind die gültige Mehrwertsteuer sowie Pauschalen für Lieferung und Wiegen.

 

 

Quelle: C.A.R.M.E.N. e.V., www.carmen-ev.de

 

Nachstehende Grafik demonstriert die Entwicklung von Brennstoffpreisen und Heizöl von 2005 bis Juli 2015. Für alle Brennstoffe (Heizöl, Scheitholz, Holzpellets, Hackschnitzel)  wurde der spezifische Preis pro Liter, Heizöläquivalent aufgetragen.

 

 

Quelle: Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe, http://www.tfz.bayern.de 

 

Der durchschnittliche Preis für Brennstoffe ist in den letzten Jahren stetig, aber nur geringfügig, angestiegen. Der Durchschnittspreis für Pellets ist im letzten Jahr sogar gesunken. Geringere Nachfrage nach Brennstoffen durch relativ warme Winter und der niedrige Ölpreis drücken momentan den Biobrennstoffpreis. Aktuell liegt der Preis für Holzpellets bei 243 € pro Tonne.

Insbesondere Hackschnitzel zeichnen sich durch eine sehr stabile Preisentwicklung aus. Bei den biogenen Energieträgern sind Hackschnitzel mit 104 Euro pro Tonne (bei einem Wassergehalt von 35 %) derzeit der – bezogen auf das Energieäquivalent von einem Liter Heizöl (9,88 kWh) – günstigste Brennstoff. Damit würde die Energiemenge, die sich in einem Liter Heizöl befindet, in Form von Hackschnitzeln einem Äquivalentpreis von etwa 33 Cent entsprechen. Neu aufgenommen wurden die Hackschnitzel mit einem Wassergehalt von 20 %, die eher in kleineren Anlagen eingesetzt werden. Mit einem Preis von 149 € pro Tonne sind sie deutlich teurer, allerdings wird der höhere Preis durch den höheren Heizwert teilweise kompensiert.

Der Heizöläquivalentpreis für Holzpellets veränderte sich in den letzten Monaten etwas stärker und befindet sich momentan auf einem eher niedrigeren Niveau. Der Preis für einen Liter Heizöl bewegte sich in den letzten Jahren in einem Preiskorridor von 50-100 Cent pro Liter mit zeitweise sehr großen Schwankungen.

Zwar ist auch der Preis für Hackschnitzel und Pellets aufgrund der höheren Nachfrage in den letzten Jahren gestiegen. Doch im Gegensatz zu anderen Energiequellen sind die Hackschnitzelpreise nach wie vor günstig und werden auch in Zukunft nicht so stark steigen, wie die Preise für fossile Brennstoffe. Welchen Preis Hackschnitzel in Zukunft haben werden, hängt vor allem vom Rohstoffpreis für Holz ab. Holz wird hierzulande nachhaltig angebaut und ist damit ein krisensicherer Energieträger. Denn in deutschen Wäldern wächst stets so viel Holz nach wie im gleichen Zeitraum verbraucht wird. Massive Preissteigerungen infolge einer Verknappung sind daher ausgeschlossen. [4]

Welche Vorteile haben Hackschnitzel/ Holzpellets?

Sowohl Hackschnitzel als auch Holzpellets bringen einige Vorteile mit sich, welche im Folgenden aufgelistet werden.

Hackschnitzel

- Heimischer Brennstoff (Das Geld bleibt in der Region)
- krisensicher (keine Preistreiberei wie am Rohölmarkt oder durch politische Unruhen)
- CO2 neutral
- nachwachsende Energie aus heimischen Wäldern
- können mit niedrigen Herstellungskosten ohne viel Aufbereitungsschritte aus Rohholz hergestellt werden

Holzpellets

- hoher Energiegehalt (ca. 15% größer als Hackschnitzel)
- niedrigere Kosten beim Transport, da weniger Wasser und kompaktere Energie bewegt wird (Pellets: 2 % Wassergehalt, Hackschnitzel: 20 – 30% )
- deutlich günstiger als fossile Brennstoffe
- CO2 neutral

Ein Resümee zwischen den Energieträgern Hackschnitzel und Holzpellets lässt sich nur schwer ziehen, da beide ihre Vorteile mit sich bringen und individuell auf den Anwendungsbereich bzw. die Größe der Anlage bezogen werden müssen. Betrachtet man zum Beispiel den Preis pro Tonne ist eindeutig sichtbar, dass Holzpellets mit 243€ deutlich teurer sind als Hackschnitzel (WG 20%) mit 149€. In erster Linie würde man sich diesbezüglich für Hackschnitzel entscheiden, da diese um ein vieles billiger sind. Bezieht man jedoch den Aspekt der Schüttkubikmeter mit ein, fällt die Entscheidung schon nicht mehr so eindeutig auf Hackschnitzel. Denn ein Schüttkubikmeter Hackschnitzel kommt auf nur 70 Liter Heizöläquivalent, ein Schüttkubikmeter Pellets hingegen auf 320 Liter (mehr als das Vierfache). Das bedeutet, der Aspekt der Verfügbarkeit von Lagerkapazitäten ist ebenso von hoher Priorität. Demzufolge sollte jedes Unternehmen im Vorfeld alle Qualitätskriterien und Kennwerte analysieren und individuell entscheiden welchen Brennstoff es wählt, da es unter anderem auf die Größe und Art der Anlage ankommt.

Projekt Sülte

Ein Beispiel für eine effiziente und nachhaltige Herstellung und Vermarktung von Hackschnitzel ist das Projekt am Standort 19077 Uelitz / Sülte in Mecklenburg-Vorpommern, von der Biomasse Sülte GmbH. Die Trocknungsanlage zerkleinert und trocknet unter anderem Grünschnitt, das dann als Hackgut oder Pellets veräußert wird. Die erzeugten Hackschnitzel und Pellets werden schließlich an Industrie- und Privatkunden vermarktet. Zudem betreibt die Biomasse Sülte GmbH ein mit Biomethan betriebenes Blockheizkraftwerk, zur Strom- und Wärmeerzeugung. Die Wärme wird in der Trocknungsanlage verwertet, der Strom in das öffentliche Netz eingespeist (Nachstehende Bilder zeigen einen Auschnitt der Anlage). Das Projekt Sülte demonstriert eine optimale Verknüpfung zwischen der Herstellung und Verwertung von Hackschnitzel an einem Standort.

 

                  

 

Fazit

Je nach Wassergehalt, Größenverteilung, Feinanteil, Schüttdichte und Aschegehalt variiert der Preis von Hackschnitzel und Holzpellets. Der genaue Preis hängt von der Qualität und den Brennstoffeigenschaften ab. Umgerechnet kostet eine Kilowattstunde, die durch die Verbrennung von Hackschnitzeln gewonnen wird ca. 3 Cent. Eine Kilowattstunde, die durch Heizöl erzeugt wird, kostet derzeit ungefähr 9 Cent. In Anbetracht der geringen Hackschnitzel- / Holzpelletkosten lohnt sich der Umstieg von konventionellen Heizanlagen auf moderne Holzheizanlagen. Zudem profitieren Privathaushalte bei der Anschaffung einer Heizanlage oder eines neuen Heizkessels mit einer staatlichen Förderung. [5]

Sollten Sie Interesse an dem Brennstoff Hackschnitzel/ Holzpellets haben, finden Sie unter dem Link http://goo.gl/jUluV0 bundesweit Lieferanten in Deutschland.

[1] hessenENERGIE GmbH http://www.hessenenergie.de/Infob/Erneuer/ern-biom/biom-holz/Infobrosch_032010.pdf
[2] Madel, 2015 http://www.heizsparer.de/energie/holzpellets/holzpellet-quailitaet
[3] Frahm, 2015 http://www.heizungsfinder.de/pelletheizung/pellets/herstellung
[4] Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe, 2015
[5] Frey, http://www.aktion-holz.de/hackschnitzel/was-kosten-hackschnitzel

Ein redaktioneller Beitrag der greenValue GmbH.