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juwi AG (opm) - juwi für faires Referenzertragsmodell im neuen EEG

Flache Gebotskurve sichert bundesweiten Standortwettbewerb / Senkung der Grundvergütung als zusätzlicher Hebel / Ohne angepasstes Referenzertragsmodell wird Energiewende nicht gelingen

Die Windenergie ist und bleibt die treibende Kraft der Energiewende. Im kürzlich erschienenen Eckpunktepapier bekennt sich die Bundesregierung daher auch weiterhin zum deutschlandweiten Ausbau der Windenergie. Das sichert langfristig einen sehr hohen Anteil an erneuerbaren Energien und reduziert gleichzeitig den Netzausbau. Der Windenergieausbau im Norden und Süden soll deshalb auch im neuen Ausschreibungsdesign über ein angepasstes Referenzertragsmodell sichergestellt werden. Damit es aber auch in einem künftig mengenbegrenzten System mit wettbewerblicher Preisfindung zu einer ausreichenden Wettbewerbsfähigkeit für Binnenlandstandorte kommt, setzt sich die Wörrstädter juwi-Gruppe für ein faire Anpassung des Referenzertragsmodells ein. Die Eckpunkte hierzu präsentierten juwi-Vorstand Fred Jung und der Geschäftsführer der juwi Energieprojekte GmbH, Thomas Broschek, heute auf der Leitmesse der deutschen Windindustrie, der Husum Wind 2015.

„Im Sinne eines fairen Wettbewerbs zwischen den Standorten im Norden und Süden Deutschlands muss das Referenzertragsmodell so angepasst werden, dass die Zuschlagswahrscheinlichkeit in Ausschreibungen nicht ausschließlich von der Windhöffigkeit abhängt, sondern vielmehr auch von der individuellen Projekteffizienz“, fordert juwi-Vorstand Fred Jung. „Gleiche Wettbewerbschancen ergeben sich aber nur dann, wenn es eine möglichst flache Gebotskurve über die verschiedenen Referenzertragsklassen gibt, startend bei typischen Windgüten für Binnenlandstandorte von 60 Prozent“, präzisiert Jung. „Bei einem deutschlandweiten Zubau, der über ein geeignetes Referenzertragsmodell sichergestellt wird, wird auch der Regelenergie- und Speicherbedarf geringer.“

Der aktuelle Vorschlag des Bundeswirtschaftsministeriums zur Ausgestaltung des Referenzertragsmodells verfolgt den richtigen Ansatz. Im Detail führt er aber zu einer zu steilen Gebotskurve und berücksichtigt erst Standorte ab einer Windgüte von 70% des Referenzertrags. Im Rahmen einer wettbewerblichen Ausschreibung würde dies bedeuten, dass ein bundesweiter Zubau keinesfalls gewährleistet wäre, da die Gebote auf die Anfangsvergütung bei den weniger windhöffigen Standortklassen systematisch deutlich höher ausfallen müssen als bei den windhöffigen Standorten. Nur eine sehr flache Gebotskurve ab einer Standortqualität von 60% stellt Wettbewerbschancen für den Süden her.

Wie dies genau umgesetzt werden kann, erläutert Thomas Broschek, Geschäftsführer der juwi Energieprojekte GmbH: „Eine flache Gebotskurve lässt sich in einem zweistufigen Referenzertragsmodell durch eine verkürzte Anfangsvergütung und das Absenken der Grundvergütung erzielen.“ Diese kann dabei an den Anfangswert gekoppelt werden. Die Höhe dieses Kopplungsfaktors beeinflusst den Verlauf der Gebotskurve.

Thomas Broschek: „Ein hoher Kopplungsfaktor (z.B. 65%) ist vor allem für windhöffige Standorte in Norddeutschland positiv, da diese dann länger von einer höheren Grundvergütung profitieren und demzufolge ein niedrigeres Gebot für die Anfangsvergütung bieten können, um über 20 Jahre die gleichen Erlöse zu erzielen.“ In der Gebotskurve macht sich dies durch einen relativ steilen Verlauf bemerkbar. Umgekehrt ist ein geringer Kopplungsfaktor für weniger windhöffige Standorte, vor allem in Mittel- und Süddeutschland, positiv. Standorte im Norden müssen in diesem Fall ein höheres Gebot auf die Anfangsvergütung platzieren, um über 20 Jahre die gleichen Erlöse zu erzielen. Binnenlandstandorte haben dann die Chance, über die individuelle Projekteffizienz mit diesen Standorten in einen Bieterwettbewerb zu treten. Bei Betrachtung der Gebotskurve zeichnet sich eine solche Situation durch einen flachen Verlauf aus. „Unsere Berechnungen zeigen, dass eine Kopplung von max. 55% das Ziel einer flachen Gebotskurve erfüllt“, erläutert Broschek.

„Bei allen Überlegungen über die künftige Ausgestaltung der Ausschreibungen für Windenergie an Land ist ein fair ausgestaltetes Referenzertragsmodell, das einen tatsächlichen Wettbewerb zwischen Standorten im Norden und Süden ermöglicht, essentiell“, resümiert Fred Jung. „Andernfalls müsse zur Sicherung des weiteren Windausbaus im Binnenland über eine regionale Kontingentierung nachgedacht werden," so Jung weiter.

juwi wird gemeinsam mit der MVV Energie AG bis zum 1.10.2015 beim Bundeswirtschaftsministerium zu diesem Thema eine Stellungnahme einreichen. Ende dieses Jahres will das Ministerium dann einen ersten Gesetzentwurf der Öffentlichkeit vorstellen. Verläuft der Gesetzgebungsprozess wie geplant, könnten bereits Ende 2016 die ersten Ausschreibungsrunden beginnen.

Quelle: 16. September 2015, www.juwi.de


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