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Pressemeldung Fachverbandes Biogas e.V. - Energiepflanzen verteuern nicht die Lebensmittel

Biogasnutzung führt nicht zu steigenden Lebensmittelpreisen +++ Zweieinhalb Stunden Licht in einer Popcorn-Tüte +++

Freising. Auch in diesem Jahr ist der Fachverband Biogas e.V. auf der Internationalen Grünen Woche vom 21. - 30. Januar in Berlin vertreten. Sowohl auf dem ErlebnisBauernhof als auch auf der Nature.tec präsentiert sich der Verband mit jeweils einem eigenen Stand. Auf der Nature.tec in Halle 4.2 können sich Besucher schwerpunktmäßig über Biogas, Biokraftstoffe und Biowerkstoffe informieren. Der Fachverband verdeutlicht anhand eines Mini-Fermenters die Funktionsweise einer Biogasanlage.

Unter dem Motto: "Branche gesund. Produkte gesund" werden die vielfältigen Leistungen der Landwirtschaft auf dem ErlebnisBauernhof in Halle 3.2. dokumentiert. Zu den Höhepunkten zählt die Darstellung der Produktionskette Mais von der Bodenbearbeitung bis zur Ernte. Der Fachverband Biogas wird das Thema ebenfalls aufgreifen und die Bedeutung des Maises für Biogas und den Klimaschutz darstellen.

Den Zusammenhang zwischen Nahrungsenergie und elektrischer Energie erläutert der Fachverband anhand von Popcorn-Tüten, auf denen der Energiegehalt des Rohstoffes Mais dargestellt wird: Der Inhalt der handlichen Tüte reicht aus, um eine 18 Watt Energiesparlampe zweieinhalb Stunden zum Leuchten zu bringen.

Mais ist die derzeit ertragreichste Energiepflanze zur Vergärung in Biogasanlagen. Als schnellwachsende und anspruchslose Pflanze bringt sie den höchsten Methanertrag pro Hektar. Im vergangenen Jahr wurden rund 650.000 Hektar Landwirtschaftliche Nutzfläche mit Maispflanzen für den Einsatz in Biogasanlagen angebaut - das entspricht rund 3,8 Prozent der Fläche. "Leider ist der Mais in jüngster Zeit etwas in Verruf geraten und muss als Sündenbock für vielerlei Entwicklungen herhalten", beklagt der Geschäftsführer des Fachverbandes Biogas, Claudius da Costa Gomez.

So begründen die Bierbrauer ihre aktuellen Preisanstiege um bis zu zwei Euro pro Kiste Bier mit der Ausweitung der Biogasnutzung: Der Energiepflanzenanbau im Allgemeinen und der Maisanbau im Speziellen würden den Preis für Braugerste signifikant beeinflussen, behaupten die deutschen Bierhersteller. Tatsächlich aber sind die witterungsbedingt schlechten Ernten aus dem verregneten Sommer 2010 für die höheren Preise verantwortlich, die nach den letzten Wetterkapriolen in Australien nun auch nicht mehr von Down-Under ausgeglichen werden können.

Ein niedriges Angebot bedingt höhere Preise - die im Übrigen erst auf diesem Niveau kostendeckend für die Landwirte ausfallen. Ein Problem, das nicht nur die Braugerste- Anbauer kennen: Viel zu niedrige Erzeugerpreise haben einige Landwirte an den Rand des Ruins gebracht. Die große Anzahl der neu gebauten Biogasanlagen in den vergangenen zwei Jahren ist ein Resultat dieser Entwicklung: Zahlreiche Bauern konnten ihren Hof nur mit dem neuen oder zweiten Standbein als Energiewirt erhalten.

Eine ähnliche Entwicklung wie beim Bier lässt sich beim Brot feststellen: Auch hier muss die Biogasbranche als Begründung für steigende Brotpreise herhalten. Dabei liegt der Anteil, den das Getreide am Brotpreis ausmacht, bei weniger als fünf Prozent. Und wie bei der Braugerste wird auch der Getreidepreis vom Weltmarkt bestimmt - und nicht von der deutschen Biogasbranche, die weniger als vier Prozent der Landwirtschaftlichen Nutzfläche Deutschlands belegen.

Im Herbst letzten Jahres machten auch die Pommes-Frites-Hersteller die Biogasbauern für ihre steigenden Preise verantwortlich. Dabei ist auch hier die Ursache primär witterungsbedingt, denn durch den heißen und regenarmen Juli sind viele Knollen auf ihren sandigen Böden vertrocknet. Ernteeinbußen von bis zu 25 Prozent waren die Folge. Wobei auch bei Pommes-Frites der Anteil der Kartoffel an den Gesamtkosten pro Portion bei weniger als zehn Prozent liegt.

Eine Untersuchung des Welternährungsfonds aus dem Jahr 2009 hat ergeben, dass die Preise für Lebensmittel Anfang der Siebzigerjahre, im Zuge der ersten Ölkrise, am höchsten waren und seitdem kontinuierlich gefallen sind. Wir befinden uns heute auf dem Niveau von Mitte der Achtziger beziehungsweise Mitte der Neunzigerjahre. Die Biogasnutzung in Deutschland hat mit der Entwicklung der Lebensmittelpreise nichts zu tun.

Es hat den Anschein, als müsse die momentan sehr erfolgreiche Biogasbranche als Sündenbock für all jene Hersteller und Produzenten herhalten, die eine Gewinnmaximierung anstreben. Dabei stellt die Biogasnutzung keinerlei Konkurrenz zur Lebensmittelherstellung dar, im Gegenteil: durch die Vergärung von Gülle und Nebenprodukten aus der Lebensmittelerzeugung lässt sich die Biogasnutzung hervorragend in einen geschlossenen landwirtschaftlichen Prozess integrieren.

Kurzinfo Fachverband Biogas e.V.
Der Fachverband Biogas e.V. ist mit über 4.100 Mitgliedern Europas größte Interessenvertretung der Biogas-Branche. Er vertritt bundesweit Hersteller, Anlagenbauer und landwirtschaftliche wie industrielle Biogasanlagenbetreiber. Die Biogas-Branche hat inzwischen knapp 20.000 Arbeitsplätze zumeist in ländlichen Regionen geschaffen. www.biogas.org

Kontakt:
Fachverband Biogas e.V.
Geschäftsstelle
Andrea Horbelt
Pressesprecherin
Tel. 0 81 61 / 98 46 63
E-Mail: andrea.horbelt@biogas.org

Fachverband Biogas e.V.
Hauptstadtbüro
Bastian Olzem
Referatsleiter Politik
Tel. 0 30 / 27 58 179 0
E-Mail: bastian.olzem@biogas.org

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