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Agentur für Erneuerbare Energien e.V. (opm) - Gaspreis bestimmt die Wärmerechnung der Verbraucher

Billige fossile Brennstoffe drohen Wärmewende auszubremsen

Der Verfall der Weltmarktpreise für fossile Energieträger spiegelt sich bisher nur in gedämpfter Form auf der Wärmerechnung deutscher Haushalte wider. Der Verbraucherpreis für Gas war über das Jahr 2014 relativ stabil und betrug im Durchschnitt 6,7 Cent pro Kilowattstunde. Da Gas für den Energieverbrauch von Privathaushalten derzeit noch die maßgebliche Rolle spielt, sinken die Ausgaben für die private Energierechnung weniger stark als die Importpreise. „Dennoch bergen die derzeit scheinbar niedrigen Preise für fossile Brennstoffe die Gefahr, dass die Bemühungen um die notwendige Energiewende im Wärmesektor nachlässt“, warnt Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien.

„Fossile Energieträger sind im Gegensatz zu Erneuerbaren Energien endlich, so dass  – neben Energieeinsparungen – der Umstieg auf andere Energieträger über kurz oder lang unumgänglich wird. Vor dem Hintergrund der deutschen Klimaziele ist es notwendig, gerade im Wärme- und Verkehrssektor den Anteil klimafreundlicher Technologien auf Basis Erneuerbarer Energien möglichst rasch zu steigern“, so Vohrer weiter. Denn in diesen Bereichen liegt der Anteil klimaschädlicher Brennstoffe immer noch bei über 90 Prozent.

Einfuhrpreise für fossile Brennstoffe sinken schneller als Verbraucherpreise
Wie das Bundesstatistikamt mitteilte, gingen die Einfuhrpreise für Energieträger 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozent zurück. Innerhalb eines Jahres verbilligte sich die Einfuhr von Erdgas um 13,8 Prozent. Die Rohölpreise waren 2014 rund 9 Prozent niedriger als 2013, importierte Mineralölerzeugnisse waren im Schnitt 8 Prozent billiger als ein Jahr zuvor.

Diese Entwicklung zeichnet sich indes nur teilweise bei den Verbraucherpreisen ab: Analog zum Einfuhrpreis ging lediglich der Verbraucherpreis für Heizöl im vergangenen Jahr zurück – Privathaushalte zahlten hier 7,8 Prozent weniger. Die Entwicklung der Gaspreise ist bei den Verbrauchern allerdings noch nicht angekommen. 2014 zahlten sie für Erdgas lediglich 0,1 Prozent weniger als noch 2013; der Preis für Fernwärme verringerte sich um 1,3 Prozent.

Zum Vergleich die Entwicklung erneuerbarer Wärmeträger: Der Preis für Holzpellets lag laut Angaben des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbands e.V. (DEPV) im Jahr 2014 bei 258 Euro pro Tonne und damit 6 Prozent niedriger als noch im Vorjahr. Der durchschnittliche Verkaufspreis für Biogas lag laut Bundesnetzagentur 2013 bei 6,44 Cent je Kilowattstunde und damit rund 9 Prozent unter dem Verkaufspreis von 2012.

Energieverbrauch im Haushalt
70 Prozent der Haushaltsenergie fällt auf das Heizen und die Bereitstellung von Warmwasser. Die restlichen 30 Prozent fallen auf Beleuchtung, den Betrieb von elekritschen Geräten sowie die Tätigkeiten Kochen, Bügeln, Waschen. Gas ist derzeit der wichtigste Energieträger im Bezug auf den Energieverbrauch im Haushalt. Im Jahr 2013 betrug sein Anteil an der gesamten Haushaltsenergie 41,7 Prozent. Dagegen spielt Mineralöl eine eher geringe Rolle. Sein Anteil lag 2013 bei 18 Prozent. (Ohne Berücksichtigung der Mobilität.) Im Vergleich zu 2005 hat sich der Anteil also um fast 30 Prozent reduziert. Der Einsatz von Erneuerbaren Energien (Brennholz, Solarthermie, Wärmepumpen) im Bereich der Wärmegewinnung in privaten Haushalten liegt ides erst bei 11,7 Prozent (2013). „Vor dem Hintergrund der deutschen Klimaschutzziele muss dieser Anteil gesteigert werden“, fordert Vohrer.

Quelle: 30. Januar 2015, www.unendlich-viel-energie.de


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