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Wärmepumpen - kostenlose Energie aus Boden und Luft

Allein im Jahr 2012 stiegen die Heizkosten je nach Brennstoff zwischen 13,5 % und 16,6 % an. Bedingt durch den kalten Winter wurde auch ein entsprechender Mehrbedarf registriert: Die benötigte Energiemenge stieg um fast ein Zehntel an. Starke Schwankungen für fossile Rohstoffe erschweren eine langfristige Planung zusätzlich. Besonders die Besitzer von Eigenheimen und zunehmend auch Vermieter suchen deshalb nach Wegen, um sich zumindest teilweise aus der Preisspirale zu befreien. Die Wärmepumpe stellt dabei eine der attraktivsten Lösungen dar. Doch die verwendete Technik muss sorgfältig ausgewählt werden, um auch einen optimalen Nutzen zu erbringen.

Wärme lässt sich aus jeder Umgebung gewinnen

Prinzipiell arbeiten alle Wärmepumpen nach demselben Prinzip. Einem Körper wird Energie entnommen und diese dann im Haushalt für das Heizen oder die Aufbereitung von Warmwasser genutzt. Weil so ein erheblicher Teil der eingesetzten Energie aus der Umgebung gewonnen werden kann, ist der Verbrauch niedriger als bei einer direkten Erwärmung. Er besteht nämlich in erster Linie aus dem Aufwand, das Kühlmittel zu transportieren und nicht aus einer wenig effizienten Umwandlung in Wärme. Für die Gewinnung bieten sich dabei grundsätzlich alle Materialien an, die sich in der Umgebung finden lassen. So besitzt in Deutschland der Erdboden in einer Tiefe von nur zehn Metern eine durchschnittliche Temperatur von zehn Grad Celsius. Grundwasser ist abhängig von der Tiefe teilweise noch deutlich wärmer und selbst bei strengem Frost kann aus der Außenluft zusätzliche Energie für das Hausinnere gewonnen werden.

Verschiedene Technologien besitzen unterschiedliche Vorteile

Ein wichtiges Kriterium für die Einteilung von Wärmepumpen ist aus diesem Grund die Energiequelle, die sie sich zunutze machen: Erde, Wasser oder Luft. Wegen des relativ geringeren Aufwands bei der Installation eignen sich dabei Luft-Wasser-Wärmepumpen insbesondere für Sanierungen. Diese arbeiten bei Temperaturen bis -20° Celsius effizient und sind auch als sogenannte Inverter erhältlich, bei denen eine intelligente Steuerung die Leistung nach Bedarf und Umweltbedingungen optimiert. Kostspieliger, umfangreicher, aber dafür leistungsstärker ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe, die die Erdwärme nutzt. Wird dabei kein Wasser, sondern ein Kühlmittel direkt erhitzt, handelt es sich um eine Direktverdampfer-Erdreich-Wärmepumpe. Der Vorteil ist neben einem geringeren Flächenbedarf, dass keine zusätzliche Umwälzpumpe notwendig ist. Waser-Wasser-Wärmepumpen sind sehr effektiv, da sich die Temperatur des Grundwassers über das Jahr nur sehr wenig ändert. Durch dessen Zirkulation wird zudem vermieden, dass wie in manchen Fällen bei Sole-Wasser-Punpen der Boden im Umkreis der Kollektoren während des Winters vereist.

Die Auswahl ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig

Um die passende Wärmepumpe für ein Gebäude zu finden, müssen sehr viele technische und praktische Einzelheiten berücksichtigt werden. Neben theoretischen Planungen und einer geologischen Untersuchung des Untergrunds sind praktische Aspekte entscheidend. So sind Tiefenbohrungen nicht ohne große Maschinen möglich, für die eine entsprechende Anfahrtmöglichkeit und Stellfläche vorhanden sein muss. Dagegen ist die Installation einer Warmwasser-Wärmepumpe überall möglich und nutzt die Luft an Orten, an denen kühlere Temperaturen wie z. B beim Keller mitunter sogar erwünscht sind. Moderne Anlagen sind mittlerweile effizient genug, um den Wärmebedarf eines gut isolierten Hauses vollständig decken zu dürfen. Bei Neubauten zeigen diese langfristig ein günstiges Verhältnis zwischen Investitionen und Einsparungen. Sanierungen hingegen profitieren eher von Maßnahmen wie Luft-Wasser-Wärmepumpen, die geringere Eingriffe in die Substanz erfordern.


Autorin: Doreen Bergmann