Logo greenValueErneuerbare Engergie

Folgen:
Twitter
News

Pressemitteilung BMU - Erneuerbare Energien können 400.000 Arbeitsplätze bis 2020 schaffen

Erneuerbare Energien können 400.000 Arbeitsplätze bis 2020 schaffen


Umweltschutz bleibt auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein beschäftigungspolitisch dynamischer Bereich. Insbesondere im Bereich der erneuerbaren Energien wird ein starker Zuwachs an neuen Arbeitsplätzen für die nächsten Jahre erwartet. Aufgrund des veranschlagten Investitionsvolumens und eines prognostizierten Gesamtumsatzes von 40 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 wird mit einem Beschäftigungseffekt von rund 400.000 Arbeitsplätzen in diesem Zeitraum gerechnet. Derzeit gibt es in Deutschland etwa 120.000 Arbeitsplätze in diesem Bereich. Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien wird Deutschland zudem unabhängiger von den möglicherweise weiter steigenden Weltölpreisen.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin: "Dank der Rahmenbedingungen, die die Bundesregierung geschaffen hat, sind die erneuerbaren Energien zu einer boomenden Branche ohnegleichen geworden. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das durch die Ökosteuer finanzierte Marktanreizprogramm und die Mineralölsteuerbefreiung für Biokraftstoffe schaffen Investitionssicherheit und somit Anreize für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Das kommt nicht nur dem Klima zugute, sondern stärkt auch den Standort Deutschland."

Bundesumweltminister Trittin präsentierte auf der Veranstaltung "Deutschland hat unendlich viel Energie" gemeinsam mit Johannes Lackmann, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie e.V. (BEE) aktuelle Zahlen zur Arbeitsplatzentwicklung in der Branche. Führende Unternehmensvertreter aus den Bereichen Windkraft, Solarenergie, Biomasse, Wasserkraft und Geothermie berichteten über ihre Perspektiven beim Ausbau von Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Begleitend stellten Jugendliche ihre Projekte der Aktion "Jugend mit unendlicher "Energie" vor.

Die Nutzung erneuerbarer Energien ist in den letzten Jahren in Deutschland deutlich gestiegen. Bereits heute erwirtschaften die Branchen der erneuerbaren Energien einen Gesamtumsatz von rd. 10 Mrd. Euro. Knapp die Hälfte des Gesamtumsatzes (Umsatz aus Errichtung und Betrieb von Anlagen) entfällt auf die Windbranche mit rd. 4,8 Mrd. Euro. Nach der Biomasse mit rd. 2,8 Mrd. Euro ist insbesondere in der Solarenergie ein Zuwachs auf 1,4 Mrd. Euro zu verzeichnen. Zum Vergleich: Noch 2000 betrug der Gesamtumsatz weniger als 7 Mrd. Euro. Das bedeutet in 3 Jahren eine Steigerung um 40%.

Das Umsatzwachstum spiegelt sich auch positiv in den Beschäftigungszahlen wieder. Nach Berechnungen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR, Stuttgart) und anderer Institute (ifeu Heidelberg, Wuppertal Institut) wird davon ausgegangen, dass längerfristig, d.h. bis 2020 sich das Investitionsvolumen in Anlagen zur Strom- und Wärmebereitstellung bei 12 bis 14 Mrd. Euro pro Jahr in Deutschland einpendelt. Allein im Zeitraum von 2001 bis 2010 werden sich die kumulierten Investitionen auf knapp 50 Mrd. Euro belaufen.

Angesichts rasch wachsender internationaler Märkte, speziell in den Bereichen Windenergie und Fotovoltaik, kann allein in diesen beiden Bereichen in 20 Jahren mit einem globalen Jahresumsatz von über 200 Mrd. Euro gerechnet werden. Wenn Deutschland dabei seine internationale Spitzenstellung weiter ausbauen und auch die Exportchancen weiter erhöhen wird, kann ein Weltmarktanteil deutscher Hersteller von 20% unterstellt werden. Daraus ergibt sich als langfristige Prognose bis 2020 ein Gesamtumsatz von rd. 40 Mrd. Euro in Deutschland mit einem möglichen Beschäftigungseffekt von rund 400.000 Arbeitsplätzen. Unter Annahme eines höher veranschlagten Exportanteils Deutschlands im Jahr 2020 rechnet der Branchenverband BEE sogar mit 500.000 Arbeitsplätzen bis dahin. Das Thema Arbeitsplätze soll den Auftakt einer Kampagne für die erneuerbaren Energien bilden, die das Bundesumweltministerium und die Verbände dieser Branche gemeinsam im Sommer starten wollen.

Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien wird Deutschland unabhängiger von den hohen Ölpreisen und vom Weltmarkt. Es müssen weniger Devisen für Rohölimporte ins Ausland fließen.

Die vom 1. bis 4. Juni in Bonn stattfindende Internationale Konferenz für erneuerbare Energien "renewables2004" soll einen Impuls für die globale Energiewende und den weltweiten Ausbau der erneuerbaren Energien geben.

Quelle: www.bmu.de, 24. Mai 2004