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Erneuerbare Energien/Weltkonferenz in Bonn

Erneuerbare Energien/Weltkonferenz in Bonn

Sigmar Gabriel: Ausbau der erneuerbaren Energien muss weltweit forciert werden

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel will den Ausbau der erneuerbaren Energien national und global voranbringen. "Um eine zukunftsfaehige Energieversorgung aufzubauen und dem Klimawandel wirksam begegnen zu koennen, brauchen wir den forcierten Ausbau der erneuerbaren Energien. Mit einer Doppelstrategie von Energie- und Rohstoffeffizienz einerseits und Ausbau der Erneuerbaren andererseits sorgen wir zugleich fuer wirtschaftliche Entwicklung und Arbeitsplaetze", erklaerte Gabriel heute auf der Weltkonferenz fuer Erneuerbare Energien in Bonn. Eine entschiedene Absage erteilte der Bundesumweltminister der Atomkraft: "Wirtschaftswachstum und Klimaschutz koennen nicht auf Atomkraftwerke aufgebaut werden."

Bundesumweltminister Gabriel will das Thema erneuerbare Energien hoch auf der internationalen Tagesordnung halten. Gabriel: "Dazu leistet auch diese Versammlung hier einen wichtigen Beitrag. Der Fortschritt beim weltweiten Ausbau der erneuerbaren Energien gibt uns Rueckenwind fuer die anstehende Klimakonferenz in Montreal. In den naechsten zwei Jahren wird sich die UN-Kommission fuer nachhaltige Entwicklung mit der UEberpruefung des weltweiten Ausbaus der erneuerbaren Energien befassen. Unser Ziel ist es, dass die Staatengemeinschaft einen Mechanismus fuer eine regelmaeßige und kontinuierliche Ueberpruefung vereinbart."

Der Bundesumweltminister hob die Impulse und Signale hervor, die von der internationalen Bonner Konferenz 2004 und der Nachfolgekonferenz in Peking in diesem Monat fuer den weltweiten Ausbau der erneuerbaren Energien ausgegangen sind. Gabriel: "Die Konferenz in Bonn war der globale Aufbruch in ein neues, solares Energiezeitalter. Allein das in Bonn vereinbarte Aktionsprogramm fuehrt zu Investitionen von rund 320 Milliarden US-Dollar. Bis zu 300 Millionen Menschen erhalten erstmals Zugang zu Strom. Das ist ein großer Schritt zu mehr globaler Gerechtigkeit."

Gabriel wies darauf hin, dass ein Schwellenland wie China, wo aufgrund einer rasanten wirtschaftlichen Entwicklung ein enormer Energiebedarf besteht, auf erneuerbare Energien setzt. "China hat mit erneuerbaren Energien in nur drei Jahren fuer eine Million Menschen in entlegenen Regionen Zugang zu Strom geschaffen und damit die Entwicklungschancen dieser Gebiete bedeutend verbessert", betonte der Bundesumweltminister.

Auf der Bonner renewables2004 war ein Internationales Aktionsprogramm zum Ausbau der erneuerbaren Energien mit knapp 200 Einzelmaßnahmen und Verpflichtungen verabschiedet worden. Einen herausragenden Beitrag hatte China geleistet. In Peking, wo vor drei Wochen der Stand des Ausbaus der Erneuerbaren bilanziert wurde, hatte China seine ambitionierten Ausbauplaene noch gesteigert. China will nun bis 2020 seinen Anteil erneuerbarer Quellen am Gesamtenergieverbrauch auf 15 Prozent verdoppeln. Dabei soll allein die Windkraftkapazitaet bis 2020 auf 30 Gigawatt (GW) ausgebaut werden, das waere fast das Doppelte der derzeit in Deutschland installierten Kapazitaet. 20 GW sollen aus Bioenergie und 4 GW aus Solarenergie hinzukommen. Zusammen mit den großen Wasserkraftanlagen will China bis 2020 insgesamt mehr als 30 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Quellen erzeugen.

Bundesumweltminister Gabriel betonte, dass der Motor des Ausbaus der erneuerbaren Energien in Deutschland das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist, nach dem die Einspeiung von Strom aus Erneuerbaren nach festen Saetzen verguetet wird. Er verwies darauf, dass inzwischen weltweit mehr als 30 Staaten aehnliche Einspeiseregelungen eingefuehrt haben. Die fuer 2007 im Koalitionsvertrag vereinbarte Ueberpruefung des EEG sehe er als Chance, die die Vorteile des Gesetzes zeigen werde. "Deutschland waere ohne das EEG heute ganz sicher nicht Technologiefuehrer bei der Windkraft", so Gabriel. Der Bundesumweltminister forderte die Industrie auf, ihre Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen noch weiter zu verstaerken. "Effizienzgewinne sind fuer die Marktdurchdringung genauso wichtig wie eine sichere Einspeiseverguetung."

Quelle: www.bmu.de; 26. November 2005