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Landau: Start der zweiten Tiefbohrung

Der heutige Start der zweiten Tiefbohrung am Landauer Kraftwerksvorhaben verlief unter prominenter Aufsicht. Die Umweltministerin von Rheinland-Pfalz, Margit Conrad, nahm die Gelegenheit wahr, dem Projekt einen Besuch abzustatten. "Mit Erdwärme wird Landau Klimaschutz-Gewinner - Geothermie bietet große Potentiale für Wertschöpfung und Arbeitsplätze," kommentierte sie.

Auf dem Gelände der ehemaligen Panzerwerkstätten in Landau wurden Ende 2005 in rund 3000 Meter Tiefe ca. 150 Grad heißes Wasser erschlossen. Damit sind die wichtigsten Voraussetzungen für ein Geothermiekraftwerk vorhanden. Bei weiterem positiven Verlauf der Dinge kann der erste Strom 2007 ins Netz gespeist werden. Die installierte Leistung der Anlage wird 2 bis 2,5 Megawatt (MW) betragen und rund circa 20 Millionen Kilowattstunden erzeugen. Ein Teil der Abwärme wird für Heizzwecke genutzt. Jährlich können so rund 5000 C02 vermieden werden.

Für das Landauer Erdwärmekraftwerk engagieren sich die Pfalzwerke und die Energie SüdWest sowie das Bundesministerium für Umwelt, das Land Rheinland-Pfalz, die Stadt Landau, die Landesbank Rheinland-Pfalz und die Sparkasse Südliche Weinstraße. Die geo x, ein Beteiligungsunternehmen der beiden Energieversorger plant die Anlage, realisiert das Kaftwerk und wird es später betreiben. 

Das Land, so Conrad, verfolge seit 2001 das Ziel, die Pfalz zur Referenzregion Geothermie zu entwickeln. "Mit dem Fund von 150 Grad heißem Wasser an der Landauer Bohrstelle bestätigt sich, dass das Energie-Importland Rheinland-Pfalz mit der Geothermie große Energiepotentiale besitzt. Die geologischen Ausgangsbedingungen im Oberrheingraben sind hervorragend," so die Ministerin. Sie kündigte die bevorstehende Gründung eines "Instituts für Geothermisches Ressourcenmanagement" in Kooperation der Universität Mainz und der Fachhochschule Bingen in diesem Frühjahr an. "Dort wird es zum Beispiel darum gehen, Methoden zu entwickeln, die das Risiko bei den kostspieligen Erkundungsbohrungen nach Geothermie-Standorten senken Das Umweltministerium wird unter anderem ein Projekt des neuen Instituts fördern, das dazu dient, mögliche Standorte für Geothermiekraftwerke in der Süd- und Vorderpfalz zu identifizieren. "Die Landesplanung, Städte und Gemeinden müssen künftig gezielt die Wärmenetze ausbauen." Hier stelle sich eine gewaltige Infrastrukturaufgabe. Verdichtetes Bauen sei ein wichtiger Beitrag, um die Wirtschaftlichkeit der Geowärme zu verbessern. Das Heizungshandwerk müsse sich frühzeitig auf die erforderlichen Niedertemperaturheizsysteme einstellen. Chancen für den Wärmeabsatz sieht Conrad auch für die Landwirtschaft, für den Gartenbaubereich mit seinen Gewächshäusern und für den Aufbau von Aquakulturen. Die günstigen Wärmekosten der Geothermie stellten einen Wettbewerbsvorteil dar. Interessant sei diese Form der Wärme auch für weitere Gewerbe- und Industriesektoren. Für Rheinland-Pfalz kann die Geothermie, davon ist Conrad überzeugt, zu einem Eckpfeiler einer künftigen sicheren und umweltfreundlichen Energieversorgung werden. Dazu müssen wir diese Art der Energiegewinnung in einen Mix mit Biomasse, Wind und Sonne einbinden. Verknüpft mit Energieeinsparung und -effizienz, kommen wir dem Ziel, von endlichen Energieressourcen unabhängiger zu werden, ein gutes Stück näher.

Quelle: www.geothermie.de, 26. Januar 2006

Anmerkung des Inhabers: Die Erweiterung der greenValue-Homepage um den Bereich Geothermie wird zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. In den News halten wir Sie schon jetzt über geothermische Entwicklungen auf dem Laufenden.