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Erneuerbare Energien haben volkswirtschaftlichen Nutzen in Milliardenhöhe

Erneuerbare Energien haben volkswirtschaftlichen Nutzen in Milliardenhöhe
Erneuerbare-Energien-Konferenz: Ölabhängigkeit wird immer teurer

Die immer neuen Ölpreisrekorde in den Jahren 2000 bis 2004 haben die Volkswirtschaften der Europäischen Union 400 Milliarden Dollar gekostet. Das rechnete der Wirtschaftswissenschaftler Shimon Awerbuch von der britischen University of Sussex am heutigen Mittwoch den Teilnehmern der Jahreskonferenz Erneuerbare Energien in Berlin vor.

Dieser Betrag sei höher als die Ausgaben, um das EU-Ziel für Erneuerbare Energien für das Jahr 2020 zu erreichen. Es sieht vor, den Anteil von Wind-, Wasserkraft, Bio- und Solarenergie sowie Geothermie am EU-Energiemix auf 20 Prozent zu erhöhen.

Bei einer dauerhaften Verdoppelung des Ölpreises rechnet Awerbuch zudem mit ernsthaften Schäden für die Volkswirtschaften der Industrieländer. Alleine in Deutschland würde das Volkseinkommen bei einem Ölpreis jenseits von 100 Dollar je Barrel um mehr als acht Prozent sinken - das entspricht einem Betrag von jährlich etwa 200 Milliarden Euro.

Um derartige Risiken und deren Kosten zu reduzieren, sollten die Industrieländer ihren Energiemix auf einen möglichst hohen Anteil Erneuerbarer Energien umstellen, sagte Awerbuch auf der Konferenz, die am morgigen Donnerstag fortgesetzt wird. So könne etwa in Großbritannien der Strompreis dauerhaft auf heutigem Niveau gehalten werden, wenn die Windenergie künftig ein Drittel der Elektrizität des Landes liefern würde.

Auch politisch bringt der Ausbau Erneuerbarer Energien erhebliche Vorteile. Darauf wies Nikolaus Supersberger vom Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt und Energie hin. "Erneuerbare Energie eröffnen der Politik neue Handlungsspielräume. Auf nationaler Ebene reduzieren sie die importabhängigkeit und deren Konsequenzen. International tragen sie dazu bei, dass Konflikte um fossile Energierohstoffe verringert werden", sagte der Wissenschaftler.

Diese Ansicht unterstützte Oberst Roland Kästner, Dozent für strategische Fragen an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. Seinen Angaben zufolge wird sich bei gegenwärtiger Entwicklung die Importquote von Öl in der EU von derzeit 76 Prozent auf 92 Prozent im Jahr 2015 erhöhen. "Das bedeutet neue Abhängigkeiten, entweder von Russland oder vom Nahen Osten", sagte Kästner. Da das Erdöl zu 60 Prozent benötigt werde, um Benzin und Diesel für Autos herzustellen, könne man der Abhängigkeit mit neuen Antriebskonzepten für Fahrzeuge entgegenwirken. Kästner schlug damit in die gleiche Kerbe wie US-Präsident George W. Bush. Dieser hat vor kurzem angekündigt, dass Biokraftstoffe in den USA künftig 75 Prozent des Importöls aus dem Mittleren Osten ersetzen sollten.

Quelle: www.unendlich-viel-energie.de, 15. Februar 2006