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Erneuerbare-Energien-Branche will 200 Milliarden Euro am Standort Deutschland investieren

Pressemitteilung

Erneuerbare-Energien-Branche will 200 Milliarden Euro am Standort Deutschland investieren

Berlin, 20. März 2006. Die Erneuerbare-Energien-Wirtschaft legt ein Investitionspaket mit einem Umfang von 200 Milliarden Euro auf. Diese Summe wollen die mehr als 5.000 Unternehmen der Branche bis 2020 in Deutschland investieren. "Das ist 15-mal mehr, als die gerade heute angekündigten Investitionen in neue Kohlekraftwerke - um nur ein Beispiel zu nennen", sagte Johannes Lackmann, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie heute auf einer Pressekonferenz in Berlin.

Alleine im Jahr 2005 investierte die Erneuerbare-Energien-Branche fast 9 Milliarden Euro in neue Produktionskapazitäten. "Im Jahr 2010 können wir jährlich schon deutlich über 12 Milliarden Euro investieren, ab 2015 dann mehr als 14 Milliarden", sagte Lackmann. "Weiterhin stabile Rahmenbedingungen sind dafür die wichtigste Voraussetzung. Das energiepolitische Gesamtkonzept muss daher auf dem entschlossenen Ausbau Erneuerbarer Energien basieren", forderte Lackmann mit Blick auf den Energiegipfel bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Anfang April.

Der BEE stützt sich bei seinen Prognosen auf das Ziel, bis 2020 mehr als 20 Prozent des Energieverbrauches aus Erneuerbaren Energien zu decken. Das entspricht den Forderungen des Europäischen Parlamentes für die Länder der EU.

"Die Investitionen werden sich mehr als rechnen. Denn sie ersparen der deutschen Volkswirtschaft immer teurere und immer risikoreichere Energieimporte", sagte Lackmann. So werden Jahr für Jahr Öl, Gas, Kohle und Uran im Wert von mehr als 50 Milliarden Euro nach Deutschland eingeführt - mit steigender Tendenz. Diese Rohstoffe sind damit einer der teuersten Posten auf der Liste aller Einfuhren nach Deutschland. "Ohne die Erneuerbaren Energien wäre die Rechnung der ausländischen Energielieferanten alleine 2005 um drei Milliarden Euro höher ausgefallen", sagte Lackmann. Bis 2020 will die Branche jährlich Energieimporte im Wert von 20 Milliarden Euro einsparen helfen.

Unterstützung erhielt Lackmann von drei führenden Branchen-Vertretern. Dr. Klaus Meier, Vorstand der Bremer WPD AG, kündigte an, dass alleine sein Unternehmen bis 2010 inländische Erneuerbare-Energien-Projekte an Land und auf See mit einem Volumen von mehr als drei Milliarden Euro plane - weitere drei Milliarden Euro sollen international investiert werden. "Wir brauchen einen starken deutschen Onshore-Markt für Windenergie. Die großen Betreiber, die momentan weltweit Projekte planen, verfügen alle über einen starken Heimatmarkt - wie zum Beispiel in Spanien und den USA", sagte Meier.

Allein 2,5 Milliarden Euro will WPD in den Ausbau der Offshore-Windenergie investieren. Notwendig dafür seien allerdings vernünftige Rahmenbedingungen, sagte Meier: "Für den Offshore-Bereich gibt es die politischen Vorgaben, aus Gründen des Naturschutzes nicht in küstennahen und flachen Gewässern zu bauen. Die heutigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen reichen jedoch nicht aus, um den dringend notwendigen Startschuss für die ersten Projekte in Nord- und Ostsee zu geben. Hier sind neue Initiativen nötig, um die führende Stellung der deutschen Windindustrie auch im Offshore-Bereich zu sichern."

Auch die Biokraftstoffindustrie hat ehrgeizige Ziele. Das machte Dr. Carlhans Uhle, Geschäftsführer der Firma CHOREN deutlich: "Wir beabsichtigen, in der Zukunft alleine in Deutschland eine Million Tonnen SunDiesel - auch BTL genannt - im Jahr zu produzieren. Dazu sollen bis 2014 fünf industrielle Großanlagen mit jeweils einer Jahresproduktion von 200.000 Tonnen in Deutschland gebaut werden. Das Investitionsvolumen dafür liegt im Milliardenbereich."

Schon in einem Jahr soll im sächsischen Freiberg eine Anlage in Betrieb gehen, die jährlich circa 19 Millionen Liter synthetischen Biodiesels produziert. Sie wird international die erste sein, die synthetische Biokraftstoffe in industriellen Mengen herstellt. Die weltweit bisher einzige Anlage, die BTL produziert, steht ebenfalls in Freiberg.

Auch Firmen, die ursprünglich in anderen Segmenten tätig waren, setzen mittlerweile auf Erneuerbare Energien. So etwa die Bielefelder Schüco International KG, die vor allem als Lieferant von Fenster- und Fassadensystemen bekannt geworden ist. "Wir haben für mehrere Millionen Euro einen neuen Produktionsstandort für thermische Solaranlagen aufgebaut", sagte Thomas Lauritzen, Unternehmenssprecher der Schüco International KG. Für die nächsten Jahre beabsichtige das Unternehmen, jährlich 30 bis 40 Millionen Euro in Entwicklung und Vertrieb von energiesparenden Bauteilen und Solaranlagen zu investieren. "Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass wir alle auch in Zukunft komfortabel wie gewohnt leben und agieren können, aber viel weniger Energie als heute verbrauchen", so Lauritzen.

Dem Einwand, dass Erneuerbare Energien nur um den Preis höherer Kosten für Strom, Wärme und Kraftstoffe zu haben seien, trat BEE-Präsident Lackmann entschieden entgegen: "Das Gegenteil ist der Fall. Erneuerbare Energien werden langfristig erheblich günstiger sein, als die immer knapperen konventionellen Energien." An der Leipziger Strombörse wird das bereits deutlich: Eine Kilowattstunde Grundlaststrom kostet dort heute etwa 70 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Vergütungen für Strom aus Wind-, Solar- und Bioenergie sind hingegen im gleichen Zeitraum um durchschnittlich 2,5 Prozent gefallen. Dadurch liegt der Preis für Windstrom immer häufiger unter dem Preis für Strom an der Börse.

Quelle: www.unendlich-viel-energie.de; 20. März 2006