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Erneuerbare Energie Beteiligungen - breites Spektrum an Investitionsmöglichkeiten zum Jahresende.

Die Zeit ist reif für Bioenergie, so oder so ähnlich könnte das Fazit beim Blick in aktuelle Beteiligungsübersichten grüner Fondsbeteiligungen ausfallen. Zahlreiche neue Initiatoren widmen sich dem Thema Biogas und das Fondsvolumen eines Angebots hat erstmals ein dreistelliges Millionen-Volumen erreicht. Im Gegensatz zu anderen Biogasfonds setzt das Angebot von Doric Asset Management ausschließlich auf eine reine Eigenkapitalfinanzierung und erzielt Erlöse aus Leasingeinnahmen. Anders bei traditionellen Fonds, wie sie z.B. von der Regensburger Aufwind Schmack GmbH angeboten werden. Die Gesamtfinanzierung basiert wie bei Erneuerbaren Energie Projekten üblich, zu rund 70 % auf Fremdkapital und die Erlöse des Fonds stammen aus dem Verkauf von Strom und künftig auch Biogas. Interessant sind die vielfältigen Möglichkeiten der Investition in Bioenergie: holzartige Biomasse, Biogas, Bioethanol und Biodiesel. Die verschiedenen Initiatoren bieten die ganze Bandbreite der Bioenergienutzung an. Die Ausschüttungen liegen teilweise bei über 300 % während der zumeist 20jährigen Laufzeit.

Windenergie- und Photovoltaikbeteiligungen setzen klassischer Weise fast ausschließlich auf die Kombination von Eigen- und Fremdkapital. Nach den Boomzeiten der vergangenen Jahres sind am Kapitalmarkt jedoch nur noch wenige Windenergieprojekte zu finden. Eine der wenigen Offerten ist der Prokon New Energy Fonds VII der 30 Windenergieanlagen in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt finanziert. Die Anzahl der Photovoltaik-Fonds ist gegenüber den Vorjahren weniger stark zurückgegangen. Der Anbieter IBC Solar setzt bei seinen Freiflächen-Projekten auf die Dünnschicht-Modul-Technik. Die Freiburger S.A.G. Solarstrom AG bündelt im Rahmen des Projekts "Gut Erlasee" 436 zweiachsig nachgeführte Anlagen, ein Novum im Markt. Die Ausschüttungen in diesen beiden Segmenten schwanken zwischen 200 und 300 % - so groß wie kaum in einem anderen grünen Fondsbereich.

Kaum Entwicklung gibt es im geothermischen Fondsbereich. Trotz des gewaltigen Angebots an Erdwärme, gibt es nur ein Angebot in diesem Segment. Das in Hannover ansässige Emissionshaus Green Energy plant die Errichtung und den Betrieb eines Kraftwerks am Oberrheingraben, einer Region, die neben dem süddeutschen Molassebacken und der Norddeutschen Tiefebene grundsätzlich für diese Art der Energiegewinnung in Betracht kommen. Mehrere Initiatoren sind dem Vernehmen nach mit der Fondskonzeption beschäftigt, doch Investoren müssen sich noch in Geduld üben.

Mit dem Wegfall steuerlichen Verrechnungsmöglichkeiten von Verlusten aus geschlossenen Fonds, beginnt die Suche nach Alternativen bei privaten Kapitalanlegern. Als Alternative bieten einige Initiatoren Photovoltaikanlagen an. Durch die gute Teilbarkeit, können Einzelanlagen ab wenigen 10.000 Euro Eigenkapital erworben werden. Vorteilhaft sind die gesetzlich geregelten Abschreibungsmöglichkeiten, die von jeden Betreiber in Anspruch genommen werden können. Ähnlich wie bei den Solarfonds, ist auch bei solch individuellen Angeboten auf die Standortqualität zu achten. Nicht zu vernachlässigen ist, dass jeder Betreiber zum Solarstromproduzenten wird. Die Freude der eigenen Anlage auf einem gepachteten Dach, könnte durch den zusätzlichen Aufwand der Abrechnung gegenüber dem Energieversorger oder der zu erstellenden Umsatzsteuererklärung getrübt werden. Wie bei geschlossenen Fonds ist es ratsam, sich von Anbieter eine Wirtschaftlichkeitsberechnung über die voraussichtliche Betriebszeit der Anlage erstellen zu lassen.

Und noch ein Trend hin zu Alternativen ist in den letzten Monaten zu beobachten. Mehr als 10 Genussrechte werden derzeit von verschiedenen Emittenten angeboten. Mit Laufzeiten von 5 bis 15 Jahren werden jährliche Zinsen von bis zu 9 % in Aussicht gestellt. Das Kapital der überwiegenden Anzahl von emittierten Genussrechten fließt in die Stärkung des Eigenkapitals der Unternehmen und wird beispielsweise zur Finanzierung des weiteren Wachstums, der Erschließung von neuen Märkten oder zur Zwischenfinanzierung von Projekten verwendet. In weit weniger Fällen fließt das Kapital in die Errichtung und dem Betrieb von Projekten.

Wie bei allen Projekten ist auch bei Genussrechten eine genaue Prüfung des Investitionsvorhabens angeraten. Ein Blick in die Leistungsbilanz des Anbieters, gibt einen umfassenden Aufschluss über die Ergebnisse der bisher platzierten Fonds.

Der Autor ist Betreiber von www.greenvalue.de, einem der umfangreichsten Informationsportale für Erneuerbare Energie Beteiligungen und als Unternehmensberater tätig. Er ist Herausgeber des Ratgeber Erneuerbare Energie Beteiligungen, der über Beteiligungen an Photovoltaik-, Windkraft-, Bioenergie- und Geothermiefonds informiert. Das 224 seitige Buch beschreibt die am Markt geläufigen Rechtsformen der GmbH & Co. KG sowie Genussrechte und bildet Portraits von 24 Anbietern ab.

Nürnberg, 27. Oktober 2006

Daniel Kellermann, www.greenvalue.de