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Fachverband Biogas e.V. (opm) - Bioenergie ist systemrelevant für die Energiewende

IZES analysiert Funktionen der Bioenergie im künftigen Stromversorgungs-system +++ Potenzial noch nicht ausgeschöpft +++ Biogastechnologie hat vielfältige Funktionen in Energie-, Land- und Abfallwirtschaft +++

Der Fachverband Biogas e.V. hat heute eine im Rahmen der Systemtransformationsplattform des Bundesverband Erneuerbare Energien e.V. (BEE) erstellte Studie zur Rolle der Bioenergie im künftigen Stromversorgungsystem vorgestellt. Die vom Institut für Zukunftsenergiesysteme (IZES) in Saarbrücken erarbeitete und im März dieses Jahres abgeschlossene Studie identifiziert die verschiedenen Funktionen der Bioenergie und gibt Handlungsempfehlungen für eine erfolgreiche Nutzung dieser Technologie. Aufgrund der besonderen Bedeutung und des bereits vorhandenen Anlagenbestandes konzentriert sich die Studie dabei auf die Biogasnutzung.

Ein wichtiges Ergebnis dabei ist, dass auch nach einer kritischen Prüfung die bisherigen Potenzialabschätzungen für die strategischen Planungen der Rolle der Biogasnutzung Bestand haben. Demnach können aus den bereits in Betrieb befindlichen Biogasanlagen durch Flexibilisierungsmaßnahmen 5,8 Gigawatt flexibler elektrischer Leistung bereitgestellt werden. Bei Ausnutzung des vorhandenen Potenzials kann diese auf rund 15 Gigawatt elektrischer Leistung ausgebaut werden.

Die spezifischen Kosten für die Flexibilisierung der Biogasanlagen unterscheiden sich dabei nicht von denen mit fossilen Energieträgern betriebenen flexiblen Kraftwerken. Sollte das gesamte aus Biogas verfügbare Potenzial ausgeschöpft werden, entstünden dafür Kosten von 0,6 bis 1,2 Milliarden Euro. Neben den Kosten ist, so ein weiteres Ergebnis der Studie, die qualitative Ausrichtung der Flexibilisierung von besonderer Bedeutung. So sollte die Stromproduktion aus Biogas weniger spotmarktpreisbasiert erfolgen, sondern insbesondere zur Bereitstellung von Regelenergie zur Reduzierung von konventionellen sogenannten „Must-Run“-Kraftwerkskapazitäten beitragen.

Als Handlungsoptionen schlagen die Autoren der Studie vor, kurzfristig den rechtlichen Rahmen so zu setzen, dass bestehende Biogasanlagen und mit fester Biomasse betriebene Biomasseheizkraftwerke auf die Bereitstellung von Regelenergie und auch weiterer Systemdienstleistungen umgestellt werden, um fossile Kraftwerke zu ersetzen. Mittelfristig sollten nach der Vorstellung der Autoren Bioenergieanlagen auch Einkünfte aus den Dienstleistungen für die Land- und Abfallwirtschaft erzielen und damit die Kosten für die Strombereitstellung senken. Weiter wird vorgeschlagen, mittelfristig die Förderinstrumente für die Bereitstellung von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen mit denjenigen für das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) besser abzustimmen.

Quelle: 16. April 2014, www.biogas.org


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