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windcomm schleswig-holstein (opm) - Kämpferische Stimmung in der Windbranche

- Schleswig-Holsteins „Windcommunity“ einig in Kritik am neuen EEG

Die schleswig-holsteinische Windbranche setzt darauf, dass die Landesregierung im Schulterschluss mit anderen Bundesländern über den Bundesrat noch Änderungen an der geplanten Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) bewirkt. Ein entsprechendes Positionspapier wurde während eines Treffens der Branchenvertreter in Husum, dem jährlich stattfindenden „windcommunity treffen“, den Ministern für Energiewende, Dr. Robert Habeck, und für Wirtschaft, Reinhard Meyer, überreicht. Das Positionspapier war auch in die Verbändeanhörung zur EEG-Novelle eingegangen. Ausgearbeitet hatte es ein Expertengremium aus Vertretern der Windindustrie, der Verbände, Wissenschaft und Fachbehörden, der „Think-Tank Energiewende Schleswig-Holstein.“ Die Netzwerkagentur windcomm schleswig-holstein hatte den Think-Tank ins Leben gerufen und ist zusammen mit der Husumer Messegesellschaft, der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) und dem Forschungs- und Entwicklungszentrum der Fachhochschule Kiel Veranstalter des windcommunity treffens.

„Wir werden in Berlin kämpfen, darauf können Sie sich verlassen!“, rief Reinhard Meyer der versammelten Windcommunity zu, und Dr. Robert Habeck betonte, mit dem gemeinsamen Auftreten zweier Fachminister wolle die Landesregierung ein Zeichen setzen, dass sie die Windbranche unterstütze.

Vier Kritikpunkte am Entwurf des neuen EEG nannte Habeck, die auch im Positionspapier des Think-Tank Energiewende Schleswig-Holstein ausgeführt werden. Erstens dürfe es nicht sein, dass die Vergütung für Strom an windreichen Standorten stärker gekürzt werde als an schwächeren Standorten. Zweitens sei es falsch, einen Deckel an die Stelle ehrgeiziger Ausbau-Ziele zu setzen, „aber wenn es ein Deckel sein muss, dann bitte für den Netto-Zubau“ – also abzüglich der Leistung alter Anlagen, die abgebaut werden. An dritter Stelle stand für Habeck der Vertrauensschutz. Er plädierte dafür, dass alle Anlagen, die im laufenden Jahr ihre Genehmigung erhalten, noch nach den EEG-Konditionen vergütet werden, unter denen sie geplant wurden. Als vierten großen Kritikpunkt nannte der Energiewendeminister das Ausschreibungsmodell. „Das wäre das Ende des EEG, wie wir es heute kennen. Wenn es nur noch darum geht, dass der europaweit günstigste Bieter den Zuschlag für ein Projekt erhält, verlieren wir die Bürgerbeteiligung.“ Wenn unsicher sei, welche Rendite man für eine Investition erhalte, würden „Hedgefonds anstelle der Andresens und Christiansens“ Windparks betreiben. „Dann brauchen wir keine Bürgerdialoge zum Netzausbau mehr zu machen, den will dann keiner mehr.“

Die Krim-Krise zeige die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern, sagte Minister Reinhard Meyer mit Bezug auf tagespolitische Ereignisse. Asmus Thomsen von der VR Bank Niebüll und Vorstandmitglied des Vereins windcomm schleswig-holstein e.V. erinnerte an einen weiteren Aspekt, der die Energiewende in Gang brachte: „Weltweit stehen 300 Atomkraftwerke. Keiner kann garantieren, dass so ein Ding nicht mal wieder hochgeht.“ Um diese Kraftwerke zu ersetzen, sei weitere Forschung an der Regelbarkeit von Windkraftanlagen und an Energiespeichern notwendig, betonte Torsten Levsen von der Denker & Wulf AG.

Um die Windkraft-Forschung sowie die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Wirtschaft in Schleswig-Holstein voranzubringen, fördert das Wirtschaftsministerium den Aufbau eines Windenergie-Kompetenzzentrums bis 2015 mit 240.000 Euro. Den Förderbescheid überreichte Reinhard Meyer an Björn Lehmann-Matthaei vom Forschungs- und Entwicklungszentrum der Fachhochschule Kiel, Professor Dr. Torsten Faber von der Universität Flensburg und Professor Dr. Alois Schaffarczyk von der Universität Kiel.

Die Netzwerkagentur windcomm begleitet die Windkraft-Unternehmen im nördlichsten Bundesland seit zehn Jahren. Zum Abschluss der Veranstaltung betonte Projektkoordinator Dr. Matthias Hüppauff, dass sich windcomm als zentraler, unabhängiger Ansprechpartner für Windkraft-Firmen und Vermittler zwischen Wirtschaft und Politik versteht. „Dies gilt besonders unter so schwierigen Rahmenbedingungen wie der geplanten EEG-Novelle.“

Quelle: 19. März 2014, www.windcomm.de

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