Logo greenValueErneuerbare Engergie

Folgen:
Twitter
News

S.A.G. Solarstrom AG (opm) - S.A.G. Solarstrom AG stellt Insolvenzantrag

- Durchführung des Verfahrens in Eigenverwaltung beabsichtigt
- Refinanzierungsgespräche zur Überbrückung von Liquiditätslücke gescheitert
- Keine Zinszahlung der Anleihe 2010/2015 am 16. Dezember 2013

Die S.A.G. Solarstrom AG (WKN: 702 100, ISIN: DE0007021008), hat heute Insolvenz beim Amtsgericht Freiburg i.Br. angemeldet. Angesichts nicht zeitgerecht erfolgter Mittelzuflüsse in Höhe von über 20 Mio. € und des seit dem 29. November 2013 erwarteten operativen Verlustes waren Refinanzierungsgespräche mit Banken, Finanzdienstleistern und weiteren Gläubigern sowie Investoren geführt worden. In den Gesprächen gelang es jedoch nicht, zeitnah die entstandene Liquiditätslücke zu schließen und damit eine fristenkongruente Zahlung von Verbindlichkeiten zu gewährleisten. Die S.A.G. Solarstrom AG ist damit zahlungsunfähig, obwohl bilanziell keine Überschuldung vorliegt. Damit kann auch die am 16. Dezember 2013 fällige Zinszahlung für die Unternehmensanleihe (ISIN: DE000A1E84A4, WKN: A1E84A) nicht bedient werden. Die Unternehmensgruppe wird in dem angestrebten Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung in den nächsten drei Monaten gemeinsam mit einem vorläufigen Sachwalter ein Restrukturierungskonzept erarbeiten, bei dem die Gläubiger eng eingebunden werden. Ziel ist ein zukunftsfähiges Konzept zur Fortführung der Unternehmensgruppe.

„Innerhalb von noch nicht einmal vier Wochen waren wir mit einer Situation konfrontiert, die für uns so in keiner Weise absehbar war“, so Dr. Karl Kuhlmann, Vorstandsvorsitzender der S.A.G. Solarstrom AG. „Wir hatten Mittelzuflüsse aus dem Closing des Verkaufs von deutschen Photovoltaik-Projekten, aus dem Closing eines italienischen Projekts mit 7 Photovoltaik-Anlagen und aus einem Darlehen, das wir einer italienischen Projektgesellschaft gewährt hatten, für November und Dezember fest eingeplant. Sie haben sich aus ganz unterschiedlichen Gründen verzögert. Insgesamt fehlt eine Summe von über 20 Mio. €. Diese signifikante Liquiditätslücke konnten wir trotz aller Anstrengungen nicht schließen.“   

Insolvenzen in der Branche verzögern Mittelzuflüsse aus Deutschland

Bei dem Closing des Verkaufs deutscher Projekte war die S.A.G. Solarstrom AG im Jahresverlauf bereits von den Insolvenzen eines Modullieferanten und einiger Dienstleister betroffen. Die Insolvenz des Modullieferanten führte dazu, dass Bankenfinanzierungen für Projekte in Frage gestellt oder abgesagt wurden. Alternative, von Banken akzeptierte Versicherungslösungen waren nicht darstellbar. Auch bezüglich der Dienstleister mussten Alternativlösungen gefunden werden und es musste in erheblichem Umfang nachgearbeitet werden. Beides verzögerte das Closing des Verkaufs dieser Anlagen und damit auch den geplanten Mittelzufluss im hohen einstelligen Millionenbereich.

Mittelzuflüsse aus Italien nun erst in 2014

Im Verlauf der zweiten Novemberhälfte stellte sich heraus, dass ein für November erwarteter Mittelzufluss im mittleren einstelligen Millionenbereich voraussichtlich erst im Jahresverlauf 2014 erfolgen wird. Hier ließ sich das Closing des Verkaufs eines italienischen Anlagenportfolios wegen einer rechtlichen Auseinandersetzung mit dem Netzbetreiber nicht realisieren. Eindeutige rechtliche Beurteilungen durch externe Rechtsanwälte des Finanzierers zugunsten der Projektgesellschaft stellten das Closing nicht in Frage.

Außerdem stand Anfang Dezember endgültig fest, dass sich auch ein Mittelzufluss an die S.A.G. Solarstrom AG im mittleren einstelligen Millionenbereich aus einem Darlehen, das einer italienischen Projektgesellschaft gewährt worden war, deutlich verschiebt. Der Darlehensrückfluss wird nun aus formaljuristischen Gründen frühestens zum Ende des ersten Quartals 2014 erwartet. Auch hier lag ein externes Rechtsgutachten vor, das die gegenteilige Rechtsauffassung bescheinigte.

Restrukturierungskonzept wird in den nächsten drei Monaten erarbeitet

Die S.A.G. Solarstrom AG war bis zum 29. November 2013 davon ausgegangen, die Prognose für das Geschäftsjahr mit einem positiven operativen EBIT und einem Installations- und Absatzvolumen von mehr als 117 MWp zu erreichen. Zu diesem Zeitpunkt dauerten Vertragsverhandlungen über die Umsetzung einer Projektpipeline im dreistelligen MWp noch an. Organisatorisch wäre jedoch nicht mehr das ganze, aus dieser Projektpipeline für 2013 geplante Installationsvolumen umsetzbar gewesen. Am 5. Dezember musste die S.A.G. Solarstrom AG dann das Scheitern der Vertragsverhandlungen bekannt geben, da keine Verhandlungslösung hinsichtlich der geforderten Bürgschaften zu erzielen gewesen war. Diese hätten für die S.A.G. Solarstrom AG – insbesondere vor dem Hintergrund der verzögerten Mittelzuflüsse – eine unverhältnismäßig hohe Kapitalbindung dargestellt.

„Dass wir diese Projektpipeline nicht umsetzen, hatte nur insofern Einfluss auf die Insolvenz, als dass das nun erwartete negative operative Ergebnis die Refinanzierungsgespräche erschwert hat“, erläutert Dr. Karl Kuhlmann, Vorstandsvorsitzender der S.A.G. Solarstrom AG. „Ich bin davon überzeugt, dass die S.A.G. Solarstrom AG aufgrund der profitablen Einheiten und des enormen Know-hows durch eine Restrukturierung eine sehr realistische Chance auf die Fortführung des Unternehmens hat.“ 

In dem beantragten Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung wird die S.A.G. Solarstrom AG in den nächsten drei Monaten gemeinsam mit dem vorläufigen Sachwalter und dem vorläufigen Gläubigerausschuss ein tragfähiges Restrukturierungskonzept erarbeiten.

Quelle: 13. Dezember 2013, www.solarstromag.com

 

Die auf dieser Seite veröffentlichten Original-Meldungen der Unternehmen werden nicht von greenValue bearbeitet. Die inhaltliche und presserechtliche Verantwortlichkeit liegt ausschließlich bei dem meldenden Unternehmen. Jegliche Haftung aus der Nutzung oder Nicht-Nutzung dieser Information ist ausgeschlossen, eine Verantwortung für die Inhalte externer Links übernehmen wir nicht.

Weitere News und aktuelle grüne Investitionsangebote u.a. Solarfonds, Windfonds, Green Building Fonds, Genussrechte, Anleihen und Private Placements finden Sie unter www.greenvalue.de.