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Fachverband Biogas e.V. (opm) - ARD-Sendung PlusMinus verzerrt Fakten zu Biogas

+++ Pauschale Verurteilung von Biogasanlagenbetreibern unsachgerecht +++ Nitratbelastung des Trinkwassers nicht vorrangig auf Biogasanlagen zurückzuführen +++

In der gestrigen Ausgabe der ARD-Sendung PlusMinus ging es im Beitrag mit dem Titel „Müll aus der Biogasanlage“ um die Rolle von Biogas in Bezug auf die Nitratbelastung von Grundwasser. Einmal mehr wurden die Biogasanlagen – speziell in Niedersachsen und Schleswig-Holstein – als Wurzel allen Übels dargestellt. Der Beitrag erweckte den Eindruck, als ob die Nährstoffproblematik in der Landwirtschaft allein durch die Biogasnutzung verursacht wird.

Das Problem der durch nicht angepasste Düngung hervorgerufenen Nitratbelastung im Grundwasser basiert aber nicht, wie es in dem Filmbeitrag suggeriert wird, vorrangig auf dem Betrieb von Biogasanlagen. Jeder Vieh haltende Betrieb produziert Gülle, die am Ende zurück auf die Felder gebracht werden muss. Wenn diese Gülle vor dem Ausbringen in Biogasanlagenvergoren wird hat dies gleich doppelt positive Auswirkungen für die Umwelt: das bei der offenen Güllelagerung entweichende klimawirksame Methangas wird in Biogasanlagen aufgefangen und in Energie umgewandelt; und das nach der Vergärung anfallende Gärprodukt riecht kaum noch, ist hygienischer und wesentlich besser pflanzenverfügbar als unvergorene Gülle. Dieses Gärprodukt ersetzt darüber hinaus energieintensiv erzeugte mineralische Düngemittel.

Der Fachverband Biogas e.V. distanziert sich daher vehement von dieser pauschalen Verurteilung. In dem Bericht wurden Problemregionen herausgepickt, in denen seit Jahrzehnten ein Nährstoffüberschuss zu beobachten ist. „Nun wird so getan, als ob die Biogasanlagen allein dafür verantwortlich seien, dass die Nährstoffe ins Grundwasser gelangen“, bedauert Dr. Claudius da Costa Gomez, Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Biogas. „Dabei wird die in der Tierhaltung sowieso anfallende Gülle in Biogasanlagen zu einem hochwertigen Wirtschaftsdünger verbessert, der richtig eingesetzt die Umwelt schont“, führt der Agrarwissenschaftler weiter aus. Der Fachverband Biogas setzt sich seit Jahren für sogenannte „standortangepasste Biogasanlagen“ ein, die dort errichtet werden sollten, wo genügend Substrate und Fläche zur Ausbringung der Gärprodukte vorhanden sind.

Auch zum Thema Überdüngung hat sich der Fachverband bereits vor einiger Zeit mit seinem „Gewässerschutz-Papier“ positioniert. Viele Mitglieder des Fachverbandes halten sich an die Vorgaben der guten fachlichen Praxis und sind sich Ihrer Verantwortung für den Schutz unseres Trinkwassers durchaus bewusst.

Zahlreiche Biogasanlagen sind bereits dazu übergegangen, mit der im Blockheizkraftwerk anfallenden Wärme die Gärprodukte zu trocknen und zu separieren. Bei der Abtrennung des Wassers vom restlichen Gärprodukt entstehen Pellets, die gezielt für die Düngung eingesetzt werden können – und die nur noch ein Fünftel des vorherigen Gewichts und Volumens ausmachen. Diese Dünge-Pellets können problemlos in Regionen mit Nährstoffmangel gefahren werden. Ein idealer Ansatz zu einem effizienten Nährstoffmanagement.

All diese Aspekte werden in dem Fernsehbeitrag von PlusMinus mit keinem Wort erwähnt. Am Ende bleibt einmal mehr ein schaler Beigeschmack und für den neutralen Zuschauer die Erkenntnis, dass Biogasanlagen das Grundwasser gefährden. Dies schadet nicht nur der Biogasbranche sondern am Ende den gesamten Erneuerbaren Energien und damit wieder einmal der Energiewende.

Kurzinfo Fachverband Biogas e.V.
Der Fachverband Biogas e.V. ist mit rund 4.800 Mitgliedern Europas größte Interessenvertretung der Biogas-Branche. Er vertritt bundesweit Hersteller, Anlagenbauer und landwirtschaftliche wie industrielle Biogasanlagenbetreiber. Die Biogas-Branche hat inzwischen über 45.000 Arbeitsplätze zumeist in ländlichen Regionen geschaffen. www.biogas.org

Quelle: 24. Oktober 2013, www.biogas.org


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