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Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (opm) - EEG-Umlage kein Preisschild für die Energiewende

Der heute veröffentlichte Anstieg der EEG-Umlage auf 6,24 Cent/kWh für 2014 geht nur zu einem geringen Teil auf den Zubau von Anlagen zur Erzeugung von Erneuerbarer Energie (EE) zurück. Der Ausbau hat nur einen Anteil von 15 % oder 0,15 Cent/kWh an dem Anstieg der EEG-Umlage von insgesamt knapp 1 Cent/kWh, erklärt Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE).  Die reinen Finanzierungskosten für EE-Anlagen machen auch an der gestiegenen EEG-Umlage 2014 nur 2,54 Cent/kWh von 6,24 Cent/kWh aus. „Die EEG-Umlage ist also schon lange kein Preisschild mehr für den Ausbau der Erneuerbaren Energien“, sagt Falk.

Wichtig ist auch die langfristige Perspektive: Die gesamte EE-Vergütung wird ab dem Jahr 2020 nur noch leicht zulegen und ab 2027 deutlich fallen. Dann werden die durchschnittlichen Kosten für EE-Anlagen niedriger sein als die für neue fossile Kraftwerke. Insgesamt rechnet sich die Energiewende für die deutsche Volkswirtschaft. „Bis 2050 können die Einsparungen insgesamt etwa 500 Milliarden Euro betragen“, kalkuliert Prof. Dr. Eicke Weber, Leiter des Fraunhofer-Instituts ISE in Freiburg. Die Energieeinsparmaßnahmen und die Ersetzung von atomaren und fossilen Kraftwerken kosten bis dahin ca. 300 Milliarden Euro.

In der aktuellen Diskussion um die EEG-Umlage ist zu beachten: Den größten Anteil an der Steigerung der Umlage haben der Rückgang des Strompreises an der Börse und die zusätzlichen Ausnahmeregelungen für Unternehmen mit 36 % bzw. 33 %. Von den fallenden Preisen an der Strombörse profitieren – anders als häufig dargestellt – viele Unternehmen ganz direkt durch den günstigen Einkauf ihres Stroms. Für die Erneuerbaren ist die Berechnungsweise der EEG-Umlage dagegen ein Problem: Dadurch dass sie an der Börse die Preise senken, wächst die Differenz zwischen der gezahlten EEG-Vergütung für grünen Strom und den mit diesem Strom an der Börse erzielten Einnahmen. Damit steigt automatisch die Umlage, die diese Lücke schließen muss. „Das heißt: Die Erneuerbaren senken die Strompreise und werden gleichzeitig durch die mangelhafte Berechnungsmethode der Umlage Opfer ihres eigenen Erfolgs“, so Falk. Dieser Faktor macht 2014 insgesamt 1,47 Cent/kWh innerhalb der EEG-Umlage aus – ein Anstieg von 0,37 Cent/kWh gegenüber 2013.

Die Entlastung von Industrieunternehmen wird im kommenden Jahr für die übrigen Verbraucher mit 1,26 Cent/kWh zu Buche schlagen. Das sind 0,34 Cent/kWh mehr als in diesem Jahr. Eigentlich war die Besondere Ausgleichsregelung im EEG zum Schutz stromintensiver Unternehmen im internationalen Wettbewerb eingeführt worden. Die Zahl der begünstigten Betriebe ist aber von 603 im Jahr 2011 auf 1691 in diesem Jahr gestiegen und wird bis zu 2300 Betriebe im kommenden Jahr umfassen. „Demgegenüber zahlen die meisten Unternehmen unserer Branche natürlich die volle EEG-Umlage“, sagt Falk.

Nach Auffassung des BEE kann der Anstieg der EEG-Umlage in den kommenden Jahren durch folgende Maßnahmen direkt begrenzt werden:

„Mit entsprechenden Anpassungen ist das EEG auch weiterhin das effizienteste Instrument, um die Erneuerbaren Energien zügig auszubauen“, sagt Falk. „Durch die hohe Investitionssicherheit, die das EEG bietet, werden unnötige Risikoaufschläge vermieden und so die Kapitalkosten für den Umbau der Energieversorgung gering gehalten. Allen alternativen Förderinstrumenten ist das EEG damit überlegen.“

Um die Preise an der Strombörse zu stabilisieren und fairere Wettbewerbsbedingungen für die Erneuerbaren herzustellen, müssen zudem bestehende Überkapazitäten insbesondere bei Kohlekraftwerken aus dem Markt genommen werden. Dazu können angemessene CO2-Preise ebenso beitragen wie das Konzept einer strategischen Reserve. Dabei gehen konventionelle Kraftwerke aus dem Markt, um nur noch für den Bedarfsfall zur Sicherung der Systemstabilität einzuspringen.

BEE-Hintergrundpapier zur EEG-Umlage 2014

Quelle: 15. Oktober 2013, www.bee-ev.de


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