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Allgäuer Überlandwerk GmbH (opm) - Intelligentes Stromnetz praktisch

AÜW gründet auf Grund der Erkenntnisse aus Wildpoldsried ein Beratungsunternehmen für Energieeffizienz

Der Erfolg der Energiewende steht und fällt mit der dauerhaften und zuverlässigen Integration von erneuerbarer Energie. Doch diese Integration erfordert ein komplexes Puzzle an Maßnahmen. War der Strommarkt früher noch überschaubar - beispielsweise speisten vor 15 Jahren noch wenige Hundert Energieerzeuger Strom in die deutschen Netze - so werden dies künftig Millionen sein. Bisherige Konsumenten von Energie werden immer mehr zu Produzenten. Diese Tatsache und die stark schwankenden Einspeisungen der erneuerbaren Energien machen intelligente Stromnetze - sogenannte Smart Grids - nötig. Mit der Gründung der "egrid applications & consulting GmbH" bietet das Allgäuer Überlandwerk (AÜW) ein neues Dienstleistungsangebot an, was hilft, den Netzausbau mit minimalen Kosten bei maximaler Integration dezentral erzeugter Energie zu realisieren.

"Intelligenz statt Kupfer! Dem effizienten und intelligenten Ausbau der Stromnetze fällt für den Erfolg der Energiewende eine entscheidende Rolle zu", so Bernhard Rindt, Geschäftsführer der neu gegründeten Beratungsfirma des Allgäuer Überlandwerks. Handlungsbedarf sieht der Energieexperte in der Flexibilität der Stromversorgungsnetze. Denn bereits heute erfolgt etwa 93 Prozent der in Deutschland installierten dezentralen Einspeiseleistung in Höhe von 32.389 MWp nicht auf den Stromautobahnen der vier Übertragungsnetzbetreiber, sondern in Verteilnetzen. Der exponentiell wachsende Zubau dezentraler Erzeugung führte in der Vergangenheit zu hohen Kosten und wird künftig noch höhere Integrationskosten zur Folge haben. Die in den vergangenen zwei Jahren von der DENA und dem BDES veröffentlichten Studien zum künftigen Ausbaubedarf in Verteilnetzen zeigen einen Investitionsbedarf bis 2020 auf, der zwischen 10 und 27 Mrd. Euro beziffert werden kann. Eines der dringlichsten Themen ist daher die Minimierung der Kosten zur Anpassung der Netze auf die neue Infrastrukturaufgabe.

Messbarer Erfolg im Rahmen des Forschungsprojektes IRENE

"Ein Ergebnis des vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projektes zur Integration regenerativer Energien und Elektromobilität - kurz IRENE - ist, dass bis zu 40 Prozent der Investitionen zur Integration neuer dezentraler Erzeugungseinheiten durch die Optimierung der Auslegungskriterien in der Netzplanung eingespart werden können", so Robert Köberle, Geschäftsführer des neu gegründeten Beratungsunternehmens und Projektleiter des Projektes IRENE, an welchem neben der Allgäuer Überlandwerk GmbH auch die Siemens AG, die RWTH Aachen und die Hochschule Kempten beteiligt waren.

Untersuchungsgebiet beim Projekt IRENE war die Gemeinde Wildpoldsried, eine Gemeinde im bayerischen Allgäu mit 2.500 Einwohnern und eines der sogenannten "Bioenergiedörfer". Also die Ortschaften, welche bereits heute mehr Strom mit Photovoltaik, Biomasse und Windkraft produzieren, wie sie selbst verbrauchen. Beim Strompionier Wildpoldsried liegt dieser Faktor bei 2,2 zu 1. Mit Hilfe zahlreicher Mess-Stationen, regelbarer Netzelemente sowie sogenannter Software-Agenten balanciert ein Smart Grid Erzeugung und Verbrauch aus und hält das Netz stabil. Ergebnis: Bei zu 40 Prozent der Investitionen zur Integration neuer dezentraler Erzeugungseinheiten können durch Optimierung der Auslegungskriterien in der Netzplanung eingespart werden. Das Stromnetz ist somit für die Herausforderungen der Zukunft optimal vorbereitet.

Hieraus ergeben sich Fragestellungen nach geeigneten Smart Grid- Geschäftsmodellen. Und Chancen für regionale und kommunale Energieversorgungsbetreiber mit Schwerpunkt Netz auf der Marktseite, beispielsweise durch Angebote der Direktvermarktung von Biogas oder der Entwicklung von marktorientierten Smart-Meter-Produkten mit flexiblen Arbeitspreisen. "Ein erstes Ziel in Richtung intelligentes Verteilnetz ist gelegt. Diesen Erfahrungsschatz bieten wir nun auch Dritten an", so Rindt.

Quelle: 27. August 2013, www.auew.de


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