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Energie & Management Verlagsgesellschaft mbH (opm) - Deutliche Abkühlung auf dem Ökostrommarkt

- Rekord: Rund fünf Millionen Haushalte setzen auf erneuerbare Energien
- Jedoch wenig Dynamik auf dem Grünstrommarkt seit 18 Monaten
- Immer mehr Energieversorger stellen Lieferung komplett auf Ökostrom um

Knapp 5 Millionen Privathaushalte haben im vergangenen Jahr Ökostrom bezogen. Gemessen an den bundesweit etwa 40 Mio. Haushalten wird damit jeder achte mit einem Ökostromprodukt versorgt. Das ist das Ergebnis der mittlerweile neunten Ökostromumfrage der Fachzeitung Energie & Management (E&M). Im Vergleich zu 2011 bedeutet das ein Plus von rund 25 Prozent.

Allerdings gibt der neue Kundenrekord im Ökostromsegment wenig Anlass zum Jubeln: Der auf den ersten Blick bestechende Anstieg beruht im Wesentlichen darauf, dass immer mehr Energieversorger ihre Beschaffung für ganze Kundengruppen komplett auf Ökostrom umstellen, ohne dass die Kunden aktiv den Tarif wechseln müssen. So hat beispielsweise das RWE-Tochterunternehmen enviaM im vergangenen Jahr all seine Festpreiskunden auf Grünstrom umgestellt. Gemessen an den E&M-Zahlen zählen bereits über 20 % der Endkunden im Ökostrommarkt zu den "umgestellten" Kunden.

"Viele Anbieter klagen über eine mangelnde Wechselbereitschaft. Offenbar sehen viele Bundesbürger nach dem beschlossenen Atomausstieg keinen Grund mehr, sich bewusst für ein Ökostromprodukt zu entscheiden", beschreibt der für die Umfrage verantwortliche E&M-Redakteur Ralf Köpke die Stimmungslage. Hinzu kommt, dass die Kunden weiterhin preissensibel reagieren. Diejenigen Anbieter, die von 2011 auf 2012 eine positive Kundenentwicklung verzeichnen konnten, sind für einen Durchschnittshaushalt rund 100 Euro pro Jahr günstiger als Anbieter, die eine stagnierende oder schlechte Kundenentwicklung erfahren.

Laut der Umfrage haben im vergangenen Jahr gut fünf Millionen Privathaushalte sowie über 235 000 Gewerbebetriebe Ökostrom geordert. Insgesamt betrug der Absatz rund 25 Milliarden Kilowattstunden. Zu den drei größten Ökostromanbietern bundesweit zählen im Privatkundensegment die LichtBlick SE mit 485 000 Kunden (Stand Ende 2012), Entega, die Vertriebstochter des HSE-Konzerns aus Darmstadt mit 376 000 Kunden, sowie lekker Energie, ein Gemeinschaftsunternehmen der Enervie-Gruppe aus Hagen sowie der Stadtwerke Krefeld, mit 327 000 Kunden.

"Die Zahlen der jüngsten E&M-Ökostromumfage machen deutlich, wie wichtig die Diskussion um die Perspektive des freiwilligen Ökostrommarktes ist und konkret die Frage, wie der energiewirtschaftliche Mehrwert zukünftig aussehen kann. Die Tendenz zum Greenwashing beim Ökostrom verstärkt den Leidensdruck" resümiert Udo Sieverding, Energieexperte bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und im Vorstand von EnergieVision e.V., dem Herausgeber des Gütesiegels "ok-power" für Ökostromprodukte. "Wir brauchen eine Weiterentwicklung des freiwilligen Ökostrommarktes, um die hier gebündelte Verbrauchermacht besser für die Energiewende einzubringen." Dafür hat EnergieVision e.V. am Jahresanfang ein Projekt begonnen, bei dem es einen ständigen Dialog mit Anbietern und Verbänden gibt. Erste Ergebnisse werden für Herbst erwartet.

Dass der Ökostrommarkt wieder in Bewegung kommen muss, glaubt auch Robert Werner von der Hamburg Institut Consulting GmbH (HIC), die die E&M-Umfrage fachlich begleitet hat. "Ökostromanbieter spüren zunehmend den Zusammenhang zwischen Größeneffekten und Preis, weshalb der Kostendruck zu Fusionen oder strategischer Zusammenarbeit zwingen wird." Notwendig ist aber nach Ansicht des HIC Geschäftsführers auch ein profilierteres Auftreten der Ökostromanbieter als Vorreiter der Energiewende. "Nachdem lange Jahre die Förderung von neuen Anlagen eines der Ziele der Ökostromnachfrage war, werden zukünftig eher Beiträge für intelligente Systemlösungen für eine Beschleunigung der Energiewende benötigt. Das sollte auch im Interesse der Kunden und Umweltverbände sein", so Werner.

Auch für dieses Jahr erwarten die führenden Ökostromanbieter nach der E&M-Umfrage keine großen Wachstumssprünge.

Quelle: 15. Juli 2013, www.energie-und-management.de


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