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Gemeinschaftskraftwerk Inn GmbH (opm) - Die Umsetzung des aktuell größten heimischen Laufwasserkraftwerks geht weiter

Nach dem positiv abgeschlossenen zweistaatlichen Genehmigungsverfahren steht das Wasserkraftwerksprojekt "Gemeinschaftskraftwerk Inn" (GKI) an der Schweizer-österreichischen Grenze kurz vor der baulichen Umsetzung - der Betreiber setzt dabei auf eine langfristige Partnerschaft mit den Projektgemeinden und der Region.

Durch das Vorliegen der rechtskräftigen Genehmigungen in der Schweiz und in Österreich beginnt für die Gemeinschaftskraftwerk Inn GmbH jetzt die Realisierungsphase des über 400 Millionen Euro werthaltigen Wasserkraftwerkprojektes. Ab 2018 soll das erste, in diesem Jahrtausend in Tirol neu gebaute große Laufwasserkraftwerk heimische erneuerbare Energie für mehr als 90.000 Haushalte liefern.

"Das Gemeinschaftskraftwerk Inn ist ein wichtiger Meilenstein für die Erreichung der ehr-geizigen Ziele der Tiroler Energiestrategie. Das Land Tirol weiß den großen Beitrag der Gemeinden des Oberen Gerichts an einer sauberen und CO2-freien Stromversorgung der Tirolerinnen und Tiroler zu schätzen. Dafür danke ich den Gemeinden im Projektgebiet sehr herzlich", erklärt Tirols Landeshauptmann Günther Platter.

500 Millionen Euro Wertschöpfung
GKI generiert nicht nur in Österreich und insbesondere in Tirol eine beträchtliche Wert-schöpfung, sondern gibt auch der regionalen Wirtschaft wichtige Wachstumsimpulse und schafft beziehungsweise sichert qualifizierte Arbeitsplätze. Laut Studie von Joanneum Research wird mit ca. 100 Millionen Euro an direkter Wertschöpfung in Tirol alleine während der Errichtungsphase gerechnet.
"Im Rahmen von Planung, Vorbereitung und Bau werden laut Joanneum Research bis zu 1.590 Jahresarbeitsplätze in Tirol geschaffen. Davon wird die gesamte Wirtschaft der Region profitieren. Im laufenden Betrieb sind dann 130 Personen in Österreich nachhaltig in Verbindung mit dem GKI beschäftigt - davon 50 in Tirol", unterstreicht Landeshaupt-mann Platter.

Wasserkraftstrom für 200.000 Menschen
Neben der regionalen Bedeutung hat das GKI - als aktuell größtes baureifes Laufwasserkraftwerksprojekt Österreichs - auch für die Energiepolitik des Bundes einen großen Stellenwert. Das GKI wird mit einer Erzeugung von 414 Millionen Kilowattstunden im Jahr rund 1/10 der für Österreich vorgegebenen Wasserkraftziele abdecken. Gut 200.000 Menschen werden mit heimischen Wasserkraftstrom versorgt.

"Die Gesamtwertschöpfung wird laut Joanneum Research mehr als eine halbe Milliarde Euro betragen. Alleine während der Bauzeit werden über zwei Millionen Euro an Kommunalsteuer direkt in die Gemeindekassen fließen. Dank der nun erfolgten Einigung mit fast allen Beteiligten hoffen wir, noch in diesem Jahr in der Generalversammlung den Baubeschluss treffen zu können, damit 2014 mit dem Bau begonnen werden kann", informiert DI Dr. Karl Heinz Gruber, Vorstandsdirektor der VERBUND Hydro Power AG.

Interessen der Region und der Gemeinden haben größte Bedeutung
Für den Vorstandsvorsitzenden der TIWAG, Dr. Bruno Wallnöfer, ist der bevorstehende Bau des Gemeinschaftskraftwerk Inn das Referenzprojekt für den weiteren Wasserkraftausbau in Tirol. "Mit GKI sowie den in laufenden UVP-Verfahren befindlichen Projekten - Ausbau des Kaunertal-Kraftwerks, Erweiterung der Speichergruppe Kühtai und der Entwicklung eines Kraftwerksprojektes am Osttiroler Tauernbach - werden wir entscheidend zur österreichischen Energiewende beitragen und streben die Stromautonomie Tirols an", erläutert Wallnöfer.

Aber nicht nur die Erreichung der energiewirtschaftlichen Ziele, sondern auch das Eingehen auf die Bedürfnisse, Wünsche und Anliegen der Region und der Gemeinden hat für Wallnöfer höchste Bedeutung. "Unser Ziel war immer und bleibt es, uns im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten, für einen möglichst großen Anteil an regionaler Wertschöpfung einzusetzen. Die TIWAG wird auch in Zukunft Sprachrohr für die Interessen der Region sein und die Zusammenarbeit mit den Gemeinden pflegen", so Wallnöfer weiter.

Positive Auswirkungen auf die Umwelt
Vom Bau des GKI profitiert nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Umwelt. Im Vergleich mit einem kalorischen Kraftwerk spart das GKI jährlich 322.000 Tonnen Kohlendi-oxid, 180 Tonnen Stickoxide, 168 Tonnen Schwefeldioxid und 8 Tonnen Staub ein.
"Wir haben das GKI während seiner Entwicklungsphase in ökologischer Hinsicht laufend optimiert. So wird das Kraftwerk die Schwallsituation zwischen dem Wehr in Ovella und dem Unterwasserkanal in Prutz im Winter vollkommen ausgleichen und im Sommer maßgeblich reduzieren. Dies wirkt sich positiv auf Kleinstlebewesen und Fische aus", erklärt Dir. Peter Molinari, Direktor der Engadiner Kraftwerke AG.

Auch die Mindestrestwassermenge konnte durch das speziell für den Sommer entwickelte dynamische Restwassermodell von 10,0 m³/s auf bis zu 20,0 m³/s angehoben werden. Im ökologisch sensiblen Winter verdoppelt sich mit dem GKI sogar die Mindestwassermenge von aktuell 2,7 auf 5,5 Kubikmeter pro Sekunde.

Fahrplan bis zur Errichtung
Die GKI-Geschäftsführung bereitet derzeit mit Hochdruck die Umsetzung des Projektes vor. "Die kommenden Wochen werden wir einerseits nutzen, die wenigen noch offenen Grundstücksfragen zu klären und andererseits die Ausschreibungsplanung fertig zu stel-len", erläutert DI Peter Loidl, Geschäftsführer der GKI.

Die nächsten Schritte: Die Ausschreibung erfolgt im Frühsommer, erste Ergebnisse wer-den im Herbst 2013 vorliegen. Ein Baubeschluss wäre dann Ende des Jahres möglich. Einige Vorarbeiten können aber bereits im Sommer vorgenommen werden. Die Haupt-schule Prutz/Ried soll beispielsweise mit einer modernen Belüftungsanlage ausgestattet werden, die das Lernklima über die Bauphase hinaus verbessern wird. Somit könnte dann der Bau im Frühjahr 2014 beginnen.

"Wir rechnen mit einer Bauzeit von etwa vier Jahren. Nach einem ausführlichen Probebe-trieb soll das GKI dann im Laufe des Jahres 2018 den regulären Betrieb aufnehmen", erklärt Loidl weiter.

Zeitplan
- 2014 - Einrichtung der Baustellen und Baubeginn
- 2015 - Mitte des Jahres startet die Tunnelbohrungen von Maria Stein aus
- 2016 - Hochbetrieb auf allen Baustellenbereichen
- 2017 - Im Frühjahr 2017 werden die beiden Francisturbinen angeliefert
- 2018 - Anfang 2018 erfolgt die Fertigstellung des Kraftwerks, danach erfolgt die Inbetriebnahme

Das Projekt
- Erzeugung von jährlich 414 Millionen Kilowattstunden CO2-freiem, erneuerbarem Strom aus heimischer Wasserkraft
- Sichere Energieversorgung von rund 90.000 Haushalten
- Gesamtwertschöpfung von mehr als 500 Millionen Euro
- Beschäftigung von 1.590 Fachkräften während der Bauphase
- Schaffung von österreichweit 130 dauerhaften Arbeitsplätzen, davon 50 in Tirol
- Jährliche Einsparung von 322.000 Tonnen CO2 180 Tonnen Stickoxide, 168 Tonnen Schwefeldioxid, 8 Tonnen Staub (im Vergleich zu einem kalorischen Kraftwerk)
- Verbesserung der ökologischen Situation und der Qualität des Natur- und Lebensraumes Inn


Quelle: 13. März 2013, www.gemeinschaftskraftwerk-inn.com

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