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Die Welt - Windkraftfonds genau überprüfen

Windkraftfonds genau überprüfen

von Mario Wulff

Windkraftbeteiligungen liegen im Trend. Das zeigt die deutliche Steigerung der Summe, mit der sich Anleger im letzten Jahr an Windenergiefonds beteiligten. So wurden im Jahr 2000 circa 359 Millionen Euro in saubere Energiegewinnung aus der Kraft des Windes investiert. Im Jahr 2001 waren es schon 406 Millionen Euro, 13 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der Grund für das Wachstum bei Windenergiebeteiligungen sind die günstigen Rahmenbedingungen: Das ehemalige Stromeinspeisungsgesetz wurde im Jahr 2000 überarbeitet, heißt nun Erneuerbare Energien Gesetz und garantiert die Abnahme des Windstroms zu festgelegten Preisen in einem Zeitraum von 20 Jahren. Das gibt den Anlegern Rechtssicherheit und die Gewissheit, dass es für das Produkt Windstrom immer einen Abnehmer geben wird: Die Stromnetzbetreiber sind verpflichtet, ihn abzunehmen und zu bezahlen.

Verglichen mit konventionellen Anlagemöglichkeiten bergen Windkraftfonds, die eine echte unternehmerische Beteiligung darstellen enorme Risiken. Das Elementarrisiko ist der Wind. Weht er nicht so stark, wie die für den Wind erstellten Windgutachten versprechen, ist im schlimmsten Fall ein Totalverlust des angelegten Geldes möglich. Zudem ist das Geld über einen längeren Zeitraum festgelegt. Daher ist diese Anlageform nur für den Personenkreis geeignet, der das Kapital langfristig anlegen möchte. Die Vorteile jedoch: Die prognostizierten Renditen liegen zwischen fünf und zwölf Prozent. Trotz der Dauer der Beteiligung (in der Regel 20 Jahre) amortisiert sich das eingesetzte Kapital nach etwa zehn Jahren durch Ausschüttungen und negative Anlaufergebnisse. Ab diesem Zeitpunkt werden nicht selten Ausschüttungen von 20 bis 50 Prozent jährlich prognostiziert, die in der Summe zwischen 240 und 320 Prozent ergeben bezogen auf 20 Jahre Laufzeit und inklusive Rückzahlung des eingesetzten Kapitals).

Das dynamische Wachstum im Bereich der Windkraftfonds zieht allerdings nicht nur erwartungsvolle Investoren an, die für sich und die Umwelt eine ordentliche Rendite erhoffen, sondern auch Anbieter und Initiatoren, die nicht immer seriös arbeiten. Nicht jede Wirtschaftlichkeitsprognose kann erfüllt werden, da nicht jedes Projekt die gleiche Ertragsstärke besitzt, beziehungsweise die Sicherheit unterschiedlich bewertet wird.

Quelle: Die Welt 15. November 2002