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Renditestark und nachhaltig - das breite Angebot grüner Investments (von Daniel Kellermann)

Vor gut einem Monat endete der Klimagipfel in Doha. Die Ergebnisse wurden als mager und unbefriedigend eingeschätzt. Zwar wurde das Kyoto-Protokoll bis 2020 verlängert, doch der erwartete Durchbruch blieb aus. Ehrgeizigere Ziele zur Reduktion der CO2-Emissionen, hätte Unternehmen und Investoren Schubkraft für zusätzliches Engagement gegeben.

Im Jahr 2011 wurde laut einer Untersuchung der international tätigen Beratungs- und Prüfungsgesellschaft Rödl & Partner noch ein Wert-Zuwachs von 135 % des Investitionsvolumens verzeichnet. "Die Energiewende erweist sich als Wachstumsmotor für die Branche der erneuerbaren Energien. Das Potenzial der Entwicklung ist noch lange nicht ausgeschöpft. Dies gilt für die westlichen Industrieländer ebenso wie für Asien, Lateinamerika und Afrika", erklärte Prof. Dr. Christian Rödl, Geschäftsführender Partner von Rödl & Partner.

Doch die politischen Querelen um den Ausbau der Erneuerbaren Energien bringen, den Motor zumindest vorübergehend in Teilbereichen ins Stocken. Die Anzahl der Insolvenzen von Komponentenherstellern und Projektentwicklern häufen sich. Auch die Platzierungszahlen des VGF (Verband Geschlossener Fonds) zeigen, dass im dritten Quartal 2012 mit 12,5 Mio. Euro 48 % weniger Eigenkapital in Solarfonds investiert wurde.

Regelrechten Optimismus versprühen da geradewegs die Ankündigungen von großen Konzernen. Der größte Autokonzern Europas plant, 640 Mio. Euro bis 2018 in Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft zu investieren. Solche Planungen sind der beste Beleg dafür, wie groß die Vorteile für strategische Investitionen in Erneuerbaren Energien sein müssen.

Verschiebungen innerhalb der verschiedenen Energieformen sind aufgrund geänderter Förderbedingungen indes absehbar. Die Anzahl von neu aufgelegten Photovoltaikfonds ist zurzeit gering. Einerseits ist die Vergütungsfähigkeit von großen Freiflächenanlagen gemäß EEG vielfach nicht mehr gegeben. Anderseits wurden die Vergütungen in den vergangenen Jahren in vielen Ländern zurückgefahren, in Deutschland in den vorangegangenen zwei Jahren immerhin um fast 50 % (Freiflächenanlagen).

Aufgrund dieser Entwicklungen nehmen Solarfonds 21,7 % des Fondsvolumens innerhalb der grünen geschlossenen Fonds ein. Mit Laufzeiten von fünf bis 23 Jahren weisen die Investments Ausschüttungshöhen von 170 bis 270 % auf. Die in Pullach bei München ansässige LHI, eine Beteiligungsgesellschaft der Nord/LB und der LBBW, hat den Solar Deutschland VII Georgsdorf und Prenzlau aufgelegt. Mit über 40 Megawattpeak installierter Photovoltaikleistung ist dies zurzeit einer der größten Fonds am Markt. Durch die Inbetriebnahme im Dezember 2011, wird der damals geltende Einspeisetarif von 22,07 Cent / kWh für 20 volle Betriebsjahre vergütet. Anleger können sich ab 10.000 Euro beteiligen.

Die Anzahl von Windfonds ist in den letzten 12 Monaten von drei Angeboten auf acht geschlossene Fonds angestiegen. Frankreich, Polen und Deutschland sind hauptsächlich die Länder, in denen investiert wird. Innerhalb Deutschlands werden zahlreiche Windparks mit Bürgerbeteiligung im Süden realisiert. Die Regensburger Lacuna AG ist parallel mit zwei Fonds in Oberfranken am Markt. Der Windpark Feilitzsch kann ab 10.000 Euro auch überregional gezeichnet werden, der Windfonds Trogen 2 richtet sich besonders an regionale Anleger. Laut Vorstand Thomas Hartauer folgen weitere Investitionsangebote mit Windkraftanlagen in dieser Region.

Der Schwerpunkt der grünen Energiefonds liegt auf der Erzeugung von Strom. Neben Wind- und Solarkraft finanzieren drei Beteiligungen Wasserkraftanlagen in Frankreich und der Türkei. Auch die Anzahl von Biogas- und Biomasseanlagen ist mit kaum einer Handvoll Angebote eher gering. Während der Schwerpunkt der Investitionsregionen fast ausnahmslos auf Deutschland liegt, ist die Green Investors AG in Schweden aktiv. Sieben Fernwärmewerke sollen landesweit finanziert werden, die ausschließlich Wärme aus Hackschnitzeln erzeugen. Recyclingsfonds und forstwirtschaftliche Beteiligungen runden die Angebotsvielfalt ab.

Ein Blick zur Jahreswende 2012 / 2013 auf alle grünen geschlossenen Fonds (63 Beteiligungen, 2,89 Mrd. Euro Fondsvolumen) zeigt, dass neben geschlossenen Energiefonds (52 Beteiligungen, 1,69 Mrd. Euro Fondsvolumen) grüne Immobilienfonds stark vertreten sind. Mit einer vergleichsweise geringen Beteiligungsanzahl von elf Angeboten nehmen sie hohe 41,6 % des Fondsvolumens ein. Green Buildings Fonds finanzieren nachhaltige Gewerbe- oder Wohnimmobilien. Die aktuellen grünen Immobilienfonds sind je nach Investitionsstandort beispielsweise nach den Richtlinien von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB), LEED, BREEAM oder GreenCalc zertifiziert. Sie ermöglichen in der Regel eine Beteiligung ab 10.000 Euro bei Laufzeiten zwischen neun und 16 Jahren.

In Summe können Anleger aus 63 grünen geschlossenen Fonds ihren Favoriten wählen. Doch die Angebotsvielfalt geht noch weiter. Mit teils deutlichen kürzeren Laufzeiten und niedrigeren Mindestbeteiligungen werben festverzinsliche Wertpapiere um die Gunst der Anleger. Anleihen, Genussrechte und Nachrangdarlehen sind die Beteiligungsformen, mit denen einerseits konkrete Energieprojekte finanziert werden. Andererseits dient die Kapitalaufnahme dazu, Emittenten mit Liquidität auszustatten, um dessen Geschäftszweck zu finanzieren. Aktuell sind 21 solche Beteiligungen mit 1,66 Mrd. Fondsvolumen in Platzierung. Die prognostizierten Jahreszahlungen liegen zwischen vier und acht Prozent. Entscheidend für die jährliche Auszahlung und die Rückzahlung der Kapitaleinlage ist die Bonität des Emittenten. Wie erfolgreich die Beteiligung letztlich ist, hängt einmal mehr von den Fähigkeiten des Managements und dem zugrundeliegenden Geschäftsmodell ab.

Einen vollständigen Überblick aktueller grüner Investments finden Interessierte auf dem unabhängigen und neutralen Informationsportal www.greenvalue.de.

Daniel Kellermann