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Pressemitteilung Fachverband Biogas e. V. - Energiewende mit angezogener Handbremse

+++ Bayern kann bei Energiewende mehr schaffen +++ Biogas könnte Leistung von zwei modernen Gaskraftwerken zur Verfügung stellen +++ Fachverband Biogas warnt vor Rückschritten +++

Freising. Der in dieser Woche vom bayerischen Kabinett vorgestellte Umsetzungsfahrplan für die Energiewende ist dem Fachverband Biogas nicht ambitioniert genug. Nachdem Ministerpräsident Horst Seehofer noch im Herbst dieses Jahres über seinen "Bayernplan" in Erwägung zog, den Bedarf an neuen Gaskraftwerken über den Bau von vielen kleinen Biogasanlagen auf Güllebasis zu reduzieren, wurde dies gestern zugunsten der konventionellen Energien relativiert. Statt neue Biogasanlagen zu bauen, soll lediglich ein Teil der rund 2.400 Bestandsanlagen künftig nicht mehr in Grundlast fahren, sondern für die bedarfsgerechte Stromeinspeisung umgerüstet werden. "Dieser Ansatz ist als erster Schritt hin zu einer bedarfsgerechten Stromproduktion sehr wichtig", betont der Geschäftsführer des Fachverbandes Biogas, Dr. Claudius da Costa Gomez. "Aber auch der zweite Schritt, nämlich eine konsequente Nutzung von Gülle und landwirtschaftlichen Nebenprodukten zur bedarfsorientierten Strombereitstellung, sollte schnellstmöglich mit dem Bayernplan umgesetzt werden." In Bayern steht ein großes Potenzial an ungenutzten Wirtschaftsdüngern zur Verfügung, das in Biogasanlagen vergoren werden und zur Stromerzeugung genutzt werden kann. Gerade der Einsatz von Gülle macht sowohl energetisch als auch aus Gründen des Klimaschutzes besonders viel Sinn - werden doch bei der Erzeugung von Biogas die klimaschädlichen Methanemissionen aus der Güllelagerung vermieden.

In der Kabinettsitzung wurde jedoch diskutiert, dass "die dann wegfallende Grundlasterzeugung aus Biogas Neuinvestitionen der Energiewirtschaft anstoßen kann." "Die Reduzierung der Grundlast, also der so genannten must run Kapazitäten, schafft freie Kapazitäten im Stromnetz, die nicht durch Neuinvestitionen in konventionelle, fossile Kraftwerke blockiert werden dürfen. Dies wäre ein riesiger Rückschritt für die Energiewende in Bayern. Vielmehr müssen die frei werdenden Kapazitäten für fluktuierende Erneuerbare Energien zur Verfügung stehen, die dann durch bedarfsgerechte Stromerzeugung aus Biogas verstetigt werden", mahnt der Geschäftsführer des Fachverbandes Biogas.

Der Fachverband kritisiert darüber hinaus den langen Zeitraum bis zur Umsetzung der ersten Maßnahmen. Erst im Sommer 2013 will die Landesregierung ihre Pläne in die Tat umsetzen. "Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, könnten die Anlagenbetreiber sehr kurzfristig auf die bedarfsgerechte Stromeinspeisung umstellen und neue auf diese Fahrweise ausgerichtete Anlagen entstehen, die überwiegend mit Gülle betrieben werden", unterstreicht da Costa Gomez. "Die Ergebnisse aus den einzelnen Arbeitsgruppen, die im Zuge des Bayernplans von Horst Seehofer ins Leben gerufen wurden, belegen eindeutig, dass das Potenzial von Biogas in Bayern erheblich höher ist, als es jetzt abgerufen werden soll. Biogas kann bedarfsgerecht einspeisen und damit die Schwankungen der Wind- und Solarkraftwerke ausgleichen. In Bayern kann über Biogas mindestens die Leistung von zwei modernen Gaskraftwerken bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt werden, ohne dass zusätzlich Energiepflanzen eingesetzt werden müssen," hält da Costa Gomez fest. Bayern könne die Energiewende schneller und effizienter umsetzen, wenn die Weichen jetzt richtig gestellt würden. Heute noch in konventionelle Kraftwerke zu investieren, bedeute alte Strukturen und Abhängigkeiten auf Jahrzehnte zu zementieren. Der Bayernplan biete die Chance, neue Strukturen, regionale Wertschöpfung und Versorgungssicherheit zu schaffen. "Der Fachverband Biogas wird sich daher weiter mit seinem Know-how an dem Prozess beteiligen und versuchen, die bestehenden Potenziale des Biogases für das künftige Energiesystem vollständig zu heben," kündigt da Costa Gomez an.

Kurzinfo Fachverband Biogas e.V.
Der Fachverband Biogas e.V. ist mit rund 4.700 Mitgliedern Europas größte Interessenvertretung der Biogas-Branche. Er vertritt bundesweit Hersteller, Anlagenbauer und landwirtschaftliche wie industrielle Biogasanlagenbetreiber. Die Biogas-Branche hat inzwischen über 50.000 Arbeitsplätze zumeist in ländlichen Regionen geschaffen.
www.biogas.org

Kontakt:
Fachverband Biogas e.V.
Andrea Horbelt
Pressesprecherin
Tel. 0 81 61/98 46 63
Mail: andrea.horbelt@biogas.org

Fachverband Biogas e.V.
Bastian Olzem
Referatsleiter Politik
Tel. 030/2 75 81 79 13
Mail: bastian.olzem@biogas.org


Quelle: 6 .Dezember 2012, www.biogas.org

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