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Pressemitteilung BayWa AG - "Die Energiewende ist umsetzbar - wenn die Politik ihre Hausaufgaben macht"

BayWa-Vorstandschef Klaus Josef Lutz fordert stabile Rahmenbedingungen und mehr Transparenz und Ehrlichkeit in der Diskussion

Seit dem 26. November 2012 liegt der für die Energiewende dringend erforderliche Ausbauplan für das deutsche Stromnetz vor. Nach dem Beschluss der Bundesnetzagentur fällt der Netzausbau nun kleiner aus als bisher vorgesehen und soll deutlich schneller erfolgen. Nach Überzeugung von Klaus Josef Lutz, Vorsitzender des Vorstandes der BayWa AG, wird damit mehr Planungssicherheit bei der Umsetzung der Energiewende in Deutschland gewonnen. Gleichwohl hat die Bundesregierung nur einen ersten Meilenstein bei diesem für Deutschland so wichtigen Projekt erreicht. Für den CEO einer der weltweiten größten Agrarhändler und seit 2009 auch intensiver Marktteilnehmer im Geschäftsfeld Erneuerbare Energien, gibt es in der aktuellen Situation noch einige Hindernisse, an deren Beseitigung dringend gearbeitet werden muss. "Deutschland hat alle Chancen, bei diesem Thema europaweit Vorbild zu sein. Nachdem nun Klarheit beim Thema Stromnetz herrscht, sind wir auf einem guten Weg, die Erneuerbaren Energien zu unserer Haupt-Energiequelle werden zu lassen", betont er.

Lutz stützt seinen Optimismus auf eine aktuelle Studie des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme, die Anfang November veröffentlicht wurde. Danach sei eine autarke Versorgung Deutschlands mit Strom und Wärme aus Erneuerbaren Energien im Jahr 2050 möglich - ohne jegliche Importe von Energie und zu gleichen Kosten im Vergleich zur heutigen Versorgungssituation. Voraussetzung hierfür wäre ein massiver Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland und der Ersatz konventioneller Anlagen nach deren Stilllegung, so die Studie.

Zuvor allerdings, so betont Lutz, müssten vier Herausforderungen bewältigt werden:

1: Verlässliche politische Rahmenbedingungen
Gerade der deutsche Markt, sagt Klaus Josef Lutz, ist im Bereich Erneuerbarer Energien immer wieder kurzfristigen Änderungen in der Gesetzgebung unterlegen. Veränderungen in der politischen Landschaft und damit auch veränderte Zielsetzungen in der Energiepolitik haben in den letzten 10 Jahren oft unvorhersehbare Kehrtwendungen hervorgebracht und dies nicht erst sei der Reaktorkatastrophe von Fukushima. Für Unternehmen wären stabile Rahmenbedingungen auch ein wesentliches Investitionskriterium - die BayWa habe sich deshalb mit ihren EE-Aktivitäten bewusst international aufgestellt, betont Lutz.

2.: Individualinteressen müssen dem Ziel Energiewende untergeordnet werden
Europaweit prallen beim Thema Energiewende etliche Partikularinteressen aufeinander. Umso hinderlicher, sagt Klaus Josef Lutz, sei es, dass es bereits auf lokaler und regionaler Ebene Spannungen und zum Teil erhebliche Meinungsunterschiede gäbe. Für eine starke Position und eine Vorbildrolle Deutschlands bei der Energiewende innerhalb der EU unterstreicht Lutz, wäre deshalb ein einheitliches und geschlossenes Auftreten aller Bundesländer zwingend erforderlich.

3. Netzausbau nicht politisch instrumentalisieren, sondern angehen
Der für die Energiewende erforderliche Netzausbau ist aus Sicht von Klaus Josef Lutz "deutlich weniger komplex und teuer als allgemein postuliert". Um den durch den wachsenden Anteil Erneuerbarer Energien volatiler werdenden Netzschwankungen Rechnung zu tragen, wären nach Auffassung von Experten deutlicher weniger neue Knotenpunkte nötig als bisher angenommen. Die dafür erforderlichen einmaligen Investitionen von 20 bis 30 Milliarden Euro sollten verkraftbar sein - auch angesichts der Tatsache, dass zum Beispiel allein das Bundesverkehrsministerium über einen Jahresetat von 26 Mrd. Euro verfügt.

4. Ehrlichkeit bei den Kosten
Dass die Energiewende Geld kostet, sei keine Frage, so Lutz. Entgegen der landläufigen Meinung hat das Erneuerbare-Energien-Gesetz den Großhandelspreis an der Leipziger Energiebörse EEX jedoch nicht steigen lassen, sondern über den so genannten Merit-Order-Effekt nachweislich gesenkt. Dass der Strompreis für die Verbraucher aber stetig nach oben ginge, läge nur zu einem Teil an den Einspeisevergütungen. Vielmehr würden vor allem Steuern und Abgaben - ähnlich wie beim Benzinpreis an der Tankstelle - den Verbraucherpreis in die Höhe treiben. "Warum gibt es auf Tiernahrung nur 7 Prozent Mehrwersteuer aber beim unverzichtbaren Strom beträgt sie 19 Prozent?", fragt Lutz. Eine Angleichung auf 7 Prozent könnte der Diskussion um bezahlbaren Strom viel Sprengstoff nehmen. Im Übrigen fordert Lutz auch mehr Ehrlichkeit und Transparenz beim Thema Förderung: Im direkten Vergleich Erneuerbarer Energien mit konventioneller Energieerzeugung werde das Ausmaß der Subventionierung von Kohle - und Atomstrom unterschlagen: Durch direkte Zuschüsse und Steuererleichterungen ist Atomstrom seit 1970 mit weit mehr als 180 Milliarden Euro gefördert worden, die Erzeugung aus Stein- und Braunkohle sogar mit mehr als 270 Milliarden Euro. Führt man sich allein diese Zahlen vor Augen, sagt Klaus Josef Lutz, blieben die Kosten für die Energiewende allemal vertretbar.

Redaktion:
Marion Danneboom, BayWa AG,
Leiterin PR/Unternehmenskommunikation,
Tel. 0 89/92 22-36 80, Fax 0 89/92 22-36 98,
E-Mail: marion.danneboom@baywa.de


Quelle: 30. November 2012, www.baywa.de

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