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Bundesverband Windenergie e.V. (opm) - Windenergie an Land, Ausbauzahlen für das erste Halbjahr 2016 in Deutschland

Starker Ausbau vor Wechsel zu Ausschreibungen

Mit 1.892 Megawatt netto im ersten Halbjahr deutet sich für 2016 beim Ausbau der Windenergie an Land erneut ein gutes Jahr an. Der starke Zubau ist getrieben durch die Bereitstellung von Eignungs- und Vorrangflächen in vielen Bundesländern. Zugleich ist ein Schub bei Genehmigungen festzustellen, um sich die Option zu sichern, mit gesetzlich definierter EEG-Vergütung zu installieren. In Deutschland arbeitet die Windindustrie hart für die weitere Entwicklung des Innovations- und Produktionsstandorts. Im Ausland gilt es für sie, durch führende Technologie in insgesamt stabilen Märkten ihre starke Position auszubauen.

Im ersten Halbjahr 2016 wurde in Deutschland eine Windenergie-Leistung von netto 1.892 Megawatt an Land zugebaut. Dies entspricht einem Zuwachs um 73 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 1.093 Megawatt. Nimmt man den Abbau hinzu, also die Leistung der im ersten Halbjahr ersetzten Anlagen von 161 Megawatt, so ergibt sich ein Bruttozubau von 2.053 Megawatt. Mit Blick auf die bereits genehmigten Projekte gehen die Verbände VDMA Power Systems und Bundesverband WindEnergie BWE von einem Volumen zwischen 4.000 und 4.400 Megawatt netto für das Gesamtjahr aus. Die kostengünstige Windenergie an Land zeigt somit voraussichtlich das dritte starke Jahr in Folge.

Starker Zubau 2016 wegen verstärkter Flächenausweisung

Der starke Zubau im ersten Halbjahr 2016 ist getrieben durch die Bereitstellung von Eignungs- und Vorrangflächen. Noch wirken die Flächenausweisungen in den Bundesländern nach, die dort in den letzten Jahren vorgenommen wurden, auch wenn diese durch politische Entscheidungen in Bayern oder gerichtliche Entscheidungen in Schleswig-Holstein teilweise zurückgenommen wurden. Die Verfügbarkeit von Flächen erklärt auch die regional teils deutlichen Schwankungen. „Der deutsche Markt konzentriert sich weniger stark auf die Küstenländer, sondern entfaltet sich zunehmend ausgeglichener. Die gute Entwicklung in typischen Binnenländern unterstreicht dies. Die Begrenzung des Ausbaus in Regionen mit Netzengpässen muss deshalb durch die Bundesregierung bereits 2018 einer Evaluation unterzogen werden, um dieses Instrument gegebenenfalls wieder aufzugeben“, so Hermann Albers, Präsident des BWE.

Prognose 2017 abhängig von erteilten Genehmigungen

Für 2017 rechnet die Branche mit einem Zubau auf vergleichbarem Niveau wie in diesem Jahr. Ende Mai waren Projekte mit einem Volumen von etwa 3.200 Megawatt genehmigt. Ein großer Teil davon wird bis zum Ende dieses Jahres realisiert. Bis dahin erwarten Betreiber und Behörden einen weiteren Schub bei Genehmigungen. Denn wer sich noch vor dem Jahresende eine solche sichert und in 2017 oder 2018 baut, bekommt für den Strom noch gesetzlich definierte Vergütungssätze. Die Sonderdegression ab März 2017 und vor allem die verschärfte Degression ab dem darauf folgenden Oktober machen den Ausbau klar weniger attraktiv. „Wir werden zwar über das Jahr einen deutlich abnehmenden Neubau sehen, das hat aber voraussichtlich kaum Auswirkungen auf das Gesamt-Volumen der Leistung, die 2017 installiert werden wird. Grund dafür ist, dass die sinkenden Vergütungen teilweise durch höhere Erträge der Anlagen kompensiert werden“, sagt Matthias Zelinger, Geschäftsführer von VDMA Power Systems. 2018, also im zweiten Übergangsjahr, sei aber von einem deutlich niedrigeren Zubau auszugehen, sagt er weiter: „Wir gehen davon aus, dass die allermeisten Ende 2016 genehmigten Projekte im Jahr 2017 realisiert und nicht an Ausschreibungen teilnehmen werden. Somit wird der Zubau 2018 im Wesentlichen aus den Zuschlägen der Ausschreibungen in 2017 realisiert.“

Härter arbeiten an Standortentwicklung

Während bei Projektträgern noch Unsicherheiten bestehen, bewerten die Hersteller die Mengensteuerung durch Ausschreibungen prinzipiell positiv, wenn sie einen kontinuierlichen Ausbau sichert und zu mehr Wettbewerb und Marktnähe beiträgt. Produktion und Produktentwicklung werden sich auf ein Marktvolumen von zunächst 2.800 Megawatt jährlich einstellen können. Es gilt allerdings darauf zu achten, dass die gesetzlich festgelegte Ausschreibungsmenge nicht dazu führt, dass die bislang positive Entwicklung der Windindustrie in Deutschland stagniert. So dürfen Projekte, die trotz Zuschlag in der Ausschreibung nicht realisiert werden, das Ausbauvolumen nicht dauerhaft schmälern. Diese Mengen müssen bei späteren Ausschreibungen berücksichtigt werden. Denn langfristig sind ein ambitionierter Ausbau und ein lebendiger, auch in der Menge relevanter Markt erforderlich, damit die Hersteller ihre Technologierführerschaft und Produktionskapazitäten am Standort Deutschland erhalten können. Bislang verdanken die Hersteller ihre starke Position auch am Weltmarkt der Tatsache, dass die Technik im deutschen Heimatmarkt weiter vorangetrieben wurde. „Das ist kein Selbstläufer. Innovationskraft muss in der Industrie schon immer hart erarbeitet werden. Jetzt eben umso härter“, sagt Zelinger.

Weltmarkt auf unverändert hohem Niveau

Die Nachfrage der internationalen Märkte nach führenden Anlagentechnologien Made in Germany ist auf einem unverändert hohen Niveau. VDMA Power Systems prognostiziert einen Weltmarkt für Windenergieanlagen an Land in einer Größenordnung von 55.000 Megawatt im Jahr 2016, was sich in den Folgejahren fortsetzen wird. Deutsche Unternehmen haben durch eine aktuell starke Rolle im weltweiten Konsolidierungsprozess die Chance, ihre Position in Wachstumsmärkten auszubauen. Der weitgehend verschlossene chinesische Markt bleibt dagegen ein Problem. In anderen Märkten behindern hohe Anforderungen an den lokalen Anteil der Wertschöpfung den Wettbewerb. Hier sollte die Bundesregierung verstärkt für faire Marktchancen der deutschen Windindustrie arbeiten.

Kostengünstiger Leistungsträger des Energiesystems

In Deutschland bleibt Wind an Land ein kostengünstiger Leistungsträger der Energiewende. Der über das gesamte Bundesgebiet starke Ausbau ist energiewirtschaftlich sinnvoll. „Wind lässt sich heute sehr präzise vorhersagen. Die reale Einspeisung weicht kaum noch von der Vorhersage ab. Windenergieanlagen übernehmen wichtige Systemdienstleistungen, wie zum Beispiel bei der Spannungshaltung. Sinnvoll wäre es die Anlagen in das Redispach-System zu integrieren. Auch zur Abregelung bei Netzengpässen gibt es Alternativen. Die mit dem EEG 2017 geschaffene Möglichkeit, abgeregelten Strom vor dem Netzverknüpfungspunkt zu nutzen, begrüßen wir. Damit sind erste Schnittstellen für die Sektorenkopplung geschaffen. Erzeuger dürfen via Business-to-Business-Lösungen eigene Märkte erschließen. Das ist ganz im Sinne der Marktintegration und ein ernsthafter Beitrag zur Systemtransformation. Zudem unterstützt es das Erreichen der Klimaschutzziele der Bundesregierung“, sagt Hermann Albers.

Der Bundesverband Windenergie e.V. - Ein starker Partner

Der Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE) ist Mitglied im Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) und vertritt mit seinen mehr als 3.000 Unternehmen und über 20.000 Mitgliedern das Know-how und die Erfahrung der gesamten Branche. Neben den Betreibern und der im deutschen Maschinenbau verankerten Zulieferer- und Herstellerindustrie, Projektierern, Sachverständigen, spezialisierten Rechtsanwälten, der Finanzbranche sowie Unternehmen aus den Bereichen Logistik, Bau, Service/Wartung sowie Speichertechnologien sind auch Stromhändler, Netzbetreiber und Energieversorger im BWE organisiert. Gemeinsam tragen sie dazu bei, dass der BWE zu allen Fragen rund um die Windenergie erster Ansprechpartner für Politik und Wirtschaft, Wissenschaft und Medien ist.

Quelle: 28. Juli 2016, www.wind-energie.de


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