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Bundesverband WindEnergie e.V. (opm) - Finnland: Windbranche erwartet neue Energiestrategie der Regierung

Mit einer Flächengröße Deutschlands, aber nur 5 Mio. Einwohnern, guten Windverhältnissen, hochqualifizierten Arbeitskräften und einer innovationsorientieren Wirtschaft hat Finnland ein großes Potenzial für den Ausbau der Windenergie. Für Unsicherheit in der Windbranche sorgt derzeit jedoch die Unklarheit über die Zukunft der Windenergieförderung nach dem Auslaufen des aktuellen Tarifsystems Ende 2017.

Auf der Eröffnungskonferenz einer AHK- Geschäftsreise im Rahmen der Exportinitiative Energie am 31. Mai kamen Vertreter der deutschen und finnischen Windindustrie in Helsinki zusammen, um sich auszutauschen über die Potenziale und Hindernisse für den Ausbau der Windenergie in Finnland sowie über Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen privaten deutschen und finnischen Akteuren.

Die finnische Regierung will im Sommer ein Energiekonzept vorlegen, das Grundlage sein soll für Diskussionen über das Ob und Wie eines künftigen Fördersystems. Wie eine Mitarbeiterin des Ministeriums für Wirtschaft und Arbeit festhielt, sei man sich auf Seiten der Politik bewusst, dass es ohne einen Förderrahmen keinen weiteren nennenswerten Ausbau der Windenergie geben werde. Dennoch ist man zögerlich bei neuen Regulierungen aufgrund der Furcht vor steigenden Strompreisen. Diese liegen aktuell bei vergleichsweise niedrigen 7ct/kWh für die Industrie und 15ct/kWh für Haushalte. Die Toleranzgrenze für Preissteigerungen ist entsprechend niedrig, zumal die energieintensive Holzverarbeitung und Papierherstellung sowie der Maschinenbau die Kernindustrien Finnlands darstellen. Als wahrscheinlich gilt die Einführung von Ausschreibungen in Kombination mit einer Marktprämie oder einer Investitionsprämie möglicherweise ab 2018.

Es gibt jedoch weitere Herausforderungen für die Realisierung von Windenergieprojekten, bei deren Bewältigung eine verstärkte deutsch-finnische Zusammenarbeit wichtige Impulse setzen kann. Generell herrsche in der finnischen Bevölkerung Zustimmung zur Windenergie. Allerdings sind viele Finnen noch nicht direkt in Kontakt mit einer Windenergieanlage gekommen. Eine hohe Naturverbundenheit und eine vergleichsweise geringe Toleranzgrenze für Geräusche aufgrund kaum vorhandener anderer Hintergrundgeräusche in weiten Teilen des Landes tragen dazu bei, dass es großzügige Abstandsregelungen (2 Kilometer zu sämtlicher Wohnbebauung – auch zu Ferienhäusern) und bei direkter Betroffenheit relativ häufig Widerstände in der Bevölkerung gibt. Projekte können daher durch lange Genehmigungsprozesse und relativ einfache Klagemöglichkeiten verzögert werden. Bürgerkonzepte, wie das vom Ingenieurbüro Sing GmbH auf der Konferenz vorgestellte, stoßen in diesem Kontext auch in Finnland auf Interesse.

Am 31. Mai fand in Helsinki eröffnet durch die deutsche Botschaft in Finnland und durch das Finnische Ministerium für Arbeit und Wirtschaft die Auftaktveranstaltung der mehrtägigen AHK-Geschäftsreise nach Finnland statt. Eine Teilnehmerzahl von 80 Personen und eine rege Beteiligung aus dem Publikum haben verdeutlicht, dass das Interesse bei deutschen Unternehmen und finnischen Akteuren gleichermaßen groß ist. Die deutsche Unternehmensdelegation bestand aus Vertretern der Bereiche Lackierung, Windmessung, Vermarktung oder der Komponentenherstellung.

Insbesondere Turbinenhersteller sind bereits aktiv in Finnland, wobei Vestas den größten Marktanteil hat, Nordex aber kräftig durch das Schwachwindanlagengeschäft aufholt. Finnische Hersteller gibt es aktuell keine, dafür aber eine gut ausgebaute Zuliefererindustrie, die sich bislang hauptsächlich auf den Export konzentriert hat. Prominenteste Beispiele sind: ABB, Moventas, The Switch, Hydroll, VEO, Trafotek, Vaisola, Labkotec oder Obelux. Der aktuelle Einspeisetarif hat  zu einer gesamten installierten Leistung von 1005 MW Ende 2015 geführt. Investitionen im Windbereich betrugen 2015/16 circa 2 Mrd. EUR.

Quelle: 27. Juni 2016, www.wind-energie.de


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